Du checkst kurz in der App – und denkst dir: Moment mal, warum kostet das auf der Website weniger? Das ist kein Bauchgefühl: Bei digitalen Verkäufen fallen in App-Stores teils 30% Provision an.[^1] Das ist groß genug, um Preise spürbar zu verschieben – besonders bei Abos, Credits, Tickets oder digitalen Extras.

Was dahintersteckt: Warum Apps manchmal teurer sind

1) App-Store-Gebühren werden eingepreist

Wenn Anbieter digitale Güter in der App verkaufen (z. B. Abo, Premium, Coins), läuft das oft über Apple/Google. Dann bleibt beim Anbieter weniger hängen – und viele gleichen das über höhere App-Preise aus.[^1][^2]

Mini-Rechnung (typisch bei digitalen Produkten):

  • Ziel: Anbieter will 10,00 € netto erhalten.
  • Bei 30% Store-Gebühr muss der Bruttopreis (vereinfacht, ohne Steuern) bei ca. 14,29 € liegen (10 / 0,70).[^1]
  • Bei 15% Gebühr wären es ca. 11,76 € (10 / 0,85).[^2]

Das erklärt, warum du z. B. ein Abo auf der Website für 9,99 € siehst – und in der App plötzlich 11,99 € oder 12,99 €.

Lange war es für viele Apps schwierig (oder regeltechnisch riskant), dich aktiv auf günstigere Web-Preise hinzuweisen. Die EU hat hier zuletzt deutlich Druck gemacht:

„App developers … should be able to inform customers, free of charge, of alternative offers outside the App Store …“[^3]

Das ist ein Trend, der 2024/2025 stark Fahrt aufgenommen hat – und der mittelfristig dafür sorgen kann, dass du in Apps öfter wieder Hinweise auf Web-Deals siehst.[^3]

3) App-exklusive Bequemlichkeit = „Convenience-Aufpreis“

Apps reduzieren Reibung: Login, Zahlungsdaten, One-Tap – fertig. Manche Anbieter testen deshalb höhere Preise in der App, weil die Conversion dort schlicht besser ist (du merkst es besonders bei spontanen Käufen am Handy).

4) Personalisierung & Preistests (A/B-Testing)

Viele Shops experimentieren mit Darstellung, Bundles, Versand-Optionen und Preispsychologie. Und ja: Ein Teil der Menschen hat genau davor Sorge – 23% sagen, sie hätten Angst, dass der Preis für sie persönlich steigt, wenn Unternehmen zu viel über sie wissen.[^4]

5) Rabatte, Gutscheine und Cashback sind im Browser oft „stärker“

Im Web greifen Gutschein-Tools, Cashback-Tracking und Preisvergleich einfacher. Nebenbei schauen 82% der Online-Shopper in Deutschland vor dem Kauf bei Rabattaktionen genau auf die Bedingungen (z. B. Mindestwert, Ausschlüsse).[^\5] Genau da verstecken sich oft die Unterschiede zwischen App und Website.

So gehst du praktisch vor (ohne Stress)

Wenn ich etwas Größeres kaufe (Technik, Haushalt, Reise, Abo), mache ich’s inzwischen fast automatisch so:

  • Preis in der App notieren (inkl. Versand/Servicegebühren).
  • Website im Browser öffnen (ggf. Inkognito/Privatmodus) und vergleichen.
  • Gutscheine + Cashback checken (Web ist hier oft im Vorteil).
  • Preisverlauf prüfen, wenn es kein Notfall-Kauf ist.

Und dafür nutze ich diese fünf Apps.

5 Apps, mit denen du App-Preise „schlägst“

1) idealo – Preisvergleich + Preiswecker (mein Standard-Check)

Wie ich’s nutze: Ich suche den Artikel in idealo, setze bei Bedarf einen Preiswecker und vergleiche direkt mehrere Shops. Gerade bei Elektronik und Haushaltskram spart mir das Zeit.

Pros

  • Sehr schneller Preisvergleich über viele Händler
  • Preiswecker ist super, wenn du nicht sofort kaufen musst
  • Du siehst oft direkt Versandkosten/Varianten (je nach Shop)

Cons

  • Nicht jeder Nischen-Shop ist dabei
  • Manchmal unterscheiden sich Shop-Konditionen erst im Checkout (z. B. Zahlungsart-Gebühren)

2) CHECK24 – Starker Vergleich bei Verträgen & Reisen

Wie ich’s nutze: Bei Versicherungen/Verträgen schaue ich zuerst hier, weil ich schnell ein Marktgefühl bekomme. Danach prüfe ich den finalen Preis (und Bedingungen) immer noch einmal direkt auf der Anbieter-Website.

Pros

  • Sehr übersichtlich bei Versicherungen, Energie, Krediten, Reisen (je nach Produkt)
  • Gute Filter, schnelle Orientierung
  • Spart besonders Familien Zeit bei wiederkehrenden Fixkosten-Themen

Cons

  • Nicht jedes Angebot/ jeder Tarif ist gelistet
  • Du musst Bedingungen wirklich lesen (Laufzeit, Selbstbehalt, Boni)

3) Keepa – Preisverlauf bei Amazon (für „Warte-oder-kaufe-ich-jetzt?“)

Wie ich’s nutze: Wenn ich bei Amazon kaufen will, schaue ich in Keepa zuerst auf den Preisverlauf. Wenn der Preis gerade „auffällig hoch“ ist, warte ich oder suche Alternativen über idealo.

Pros

  • Preisverlauf ist Gold wert (du siehst Hochs/Tiefs)
  • Preisalarm hilft gegen Impulskäufe
  • Praktisch für wiederkehrende Käufe (Windeln, Haushaltsartikel, Zubehör)

Cons

  • Fokus auf Amazon: Für andere Shops brauchst du zusätzlich einen Preisvergleich
  • Manchmal sind Marketplace-Angebote schwerer vergleichbar (Zustand/Versand)

4) PayPal Honey – Gutscheine automatisch testen (Web-Deal-Booster)

Wie ich’s nutze: Wenn ich im Browser bestelle, lasse ich Honey im Checkout Codes testen. Nicht immer klappt’s – aber wenn, sind das die angenehmsten „30 Sekunden sparen“.

Pros

  • Spart Zeit beim Suchen von Gutscheincodes
  • Funktioniert gut bei vielen internationalen Shops
  • Niedrige Einstiegshürde: installieren, laufen lassen

Cons

  • Nicht jeder Code ist gültig/lohnt sich
  • Bei manchen Shops greifen Gutscheine nur unter Bedingungen (Mindestwert, Kategorien)

5) Shoop – Cashback, wenn du sowieso online kaufst

Wie ich’s nutze: Ich starte teurere Einkäufe (Technik, Mode, Reise – je nach Shop) einmal über Shoop. Das ist kein Sofortrabatt, aber über das Jahr kommt da bei mir spürbar etwas zusammen.

Pros

  • Cashback kann Website-Käufe deutlich attraktiver machen als App-Käufe
  • Gute Ergänzung zu Preisvergleich + Gutscheinen
  • Besonders sinnvoll bei wiederkehrenden großen Warenkörben

Cons

  • Cashback ist nicht sofort da (Wartezeit bis zur Bestätigung)
  • Tracking kann fehlschlagen, wenn du parallel viele Tabs/Cookies/Adblocker nutzt
  • Mehr Hinweise auf Web-Preise in Apps (EU/DMA): Regulatorik zwingt Plattformen dazu, „Außenangebote“ weniger zu blockieren.[^3]
  • Mehr Preistransparenz, aber auch mehr Personalisierung: Die Sorge vor personalisierten Preisnachteilen ist real verbreitet.[^4]
  • Rabattlogik wird komplexer: Dass 82% genau auf Rabattbedingungen schauen, passt dazu – ohne Bedingungen zu prüfen, kaufst du leicht am „besten Deal“ vorbei.[^5]

Kurzes Fazit

Wenn etwas in der App teurer ist, steckt häufig ein Mix aus Store-Gebühren, weniger Gutschein-/Cashback-Möglichkeiten und Preistests dahinter.[^1][^2] Mit Preisvergleich, Preisverlauf und Cashback holst du dir schnell die Kontrolle zurück – und bezahlst wieder den Preis, der sich „richtig“ anfühlt.

Quellen

[^1]: Apple Developer – Membership Details (Pricing and fees) (Commission 30% / 15% Programme, 15% für qualifizierende Abos): https://developer.apple.com/programs/whats-included/
[^2]: Google Play Console Help – Service fees (15% bis 1 Mio. USD, danach 30%; Abos 15%): https://support.google.com/googleplay/android-developer/answer/112622
[^3]: Europäische Kommission (Shaping Europe’s digital future) – Commission finds Apple and Meta in breach of the Digital Markets Act (23.04.2025): https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/commission-finds-apple-and-meta-breach-digital-markets-act
[^4]: Bitkom – Black Friday: … (u. a. 23% Angst vor persönlicher Preiserhöhung durch zu viele Daten): https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Black-Friday-Haelfte-auf-Schnaeppchenjagd
[^5]: Bitkom – Ein Drittel der Internetnutzer geht mindestens einmal pro Woche online shoppen (07.02.2025; u. a. 82% prüfen Bedingungen bei Rabattaktionen): https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Ein-Drittel-Internetnutzer-einmal-Woche-online-shoppen