Du willst weniger Geld für Bücher und Hörbücher ausgeben – ohne ständig Angebote zu jagen? Dann ist das hier die wohl unterschätzteste Sparstelle: Viele Bibliotheken sind längst „digital“. Allein die Onleihe-App unterstützt laut App-Beschreibung über 2.900 Bibliotheken.[^1] Das heißt: Für viele von uns liegt „gratis lesen & hören“ praktisch um die Ecke.
So funktioniert Sparen mit Bibliotheks-Apps (kurz & alltagstauglich)
Die Idee ist simpel: Statt jeden Titel zu kaufen, leihst du ihn für einen begrenzten Zeitraum aus – ähnlich wie ein gedrucktes Buch, nur digital.[^2]
Typischer Ablauf (so mache ich’s):
- Bibliotheksausweis holen (oft auch online möglich) und Zugangsdaten bekommen.[^2]
- App installieren, Bibliothek auswählen, einloggen.
- Titel suchen, ausleihen oder vormerken.
- E-Book lesen oder Hörbuch streamen/downloaden.
- Nach Ablauf wird der Titel meist automatisch „zurückgegeben“ (kein Nachlaufen wegen Rückgabe).[^*]
Was du dabei verstehen solltest (sonst wirkt es „buggy“, obwohl es Absicht ist):
- Leihfristen sind fix und je nach Medium unterschiedlich (z. B. bei manchen Onleihen bis zu 21 Tage für E-Books/eAudios; Magazine & Zeitungen oft viel kürzer).[^3]
- Warten kann normal sein: Viele Plattformen arbeiten nach „ein Exemplar = eine Person“ – wenn alles ausgeliehen ist, landest du in der Vormerkung.[^12]
- DRM/Format-Fragen gehören dazu (vor allem bei E-Readern): Manche Bibliotheken nutzen unterschiedliche Systeme/Schutzmechanismen.[^19]
Rechenbeispiel: Was bringt das im Budget wirklich?
Nehmen wir ein realistisches (und bewusst konservatives) Beispiel:
- Bibliotheksausweis München: 20,00 € pro Jahr.[^5]
- Alternativ ein Hörbuch-Abo: 9,95 € pro Monat (also 119,40 € pro Jahr).[^6]
Rechnung:
- 119,40 € – 20,00 € = 99,40 € Ersparnis pro Jahr
Und das ist nur der Vergleich zu einem Abo-Modell – ohne dass du zusätzlich noch E-Books leihst, Kinderhörspiele mitnimmst oder mehrere Familienmitglieder denselben Bibliothekszugang nutzen (je nach Bibliothek/Regeln).
5 Apps, die sich (auch in Deutschland) lohnen
Wichtig vorab: Ob eine App bei dir „voll funktioniert“, hängt davon ab, welche Plattform deine Bibliothek anbietet. Ich nutze deshalb mehrere Apps – und schaue zuerst auf der Website meiner Bibliothek, welche Systeme unterstützt werden.
1) Onleihe (öffentliche Bibliotheken im D/A/CH-Raum)
So fühlt es sich in der Praxis an: Wenn deine Stadtbibliothek Onleihe hat, ist das der Klassiker. Ich komme damit schnell an deutschsprachige E-Books und Hörbücher, und die Vormerkfunktion ist mein bester Freund, wenn Bestseller ständig weg sind.
Was du bekommst: E-Books, eAudios (Hörbücher), teils auch Magazine/Zeitungen – je nach Bibliothek.[^2][^3]
Pluspunkte
- Riesige Bibliotheksabdeckung (in der App mit „über 2.900 Bibliotheken“ beworben).[^1]
- Klare Leihlogik (Leihfrist, Vormerken, automatische Rückgabe – je nach Verbund).[^3]
- Für Familien praktisch, weil auch Kinder- und Jugendkataloge oft gut bestückt sind.[^*]
Minuspunkte
- Verfügbarkeit schwankt: Bei gefragten Titeln wartest du (Systembedingt).[^12]
- Leihfristen können je nach Medium sehr kurz sein (z. B. bei eMagazines/ePaper in manchen Verbünden).[^3]
- Plattformwechsel/Umstellungen können nerven: In manchen Verbünden wird explizit auf eine neue App-Version („Onleihe 3“) hingewiesen.[^4]
Trend, den du 2026 merken wirst
- Die Onleihe wird in verschiedenen Verbünden sichtbar modernisiert; vereinzelt werden konkrete Umstellungstermine kommuniziert (z. B. mit Hinweis, rechtzeitig eine neue App zu laden).[^4]
2) Libby (OverDrive) – stark für Hörbücher, oft für Englisch
So fühlt es sich in der Praxis an: Libby ist extrem „smooth“. Wenn du Zugang zu einer OverDrive-Bibliothek hast, ist das Ausleihen schnell erledigt – und das Hörbuch-Handling (Speed, Sleep-Timer etc.) ist sehr angenehm.[^*]
Was du bekommst: E-Books, Hörbücher, teils Magazine – kostenlos über teilnehmende Bibliotheken.[^7][^8]
Pluspunkte
- Laut Anbieter: keine Abo-Kosten, keine In-App-Käufe, keine Mahngebühren – du brauchst nur einen gültigen Bibliotheksausweis.[^8]
- Sehr gute UX beim Stöbern, Merken, Vormerken.[^7]
- Internationale Nutzung: Libby ist laut Anbieter in vielen Ländern verfügbar.[^8]
Minuspunkte
- In Deutschland nicht überall Standard: Du brauchst eine Bibliothek, die OverDrive nutzt.[^8][^19]
- Inhalte hängen stark von der jeweiligen Bibliothek ab (Katalog ist nicht „global“).[^8]
- E-Reader-Workflows können je nach Region/Anbieter eingeschränkt sein.[^8]
3) BorrowBox – „Bibliothek in einer App“, oft mit Hörbüchern
So fühlt es sich in der Praxis an: BorrowBox wirkt wie eine moderne Medien-Theke: einmal eingeloggt, ist das Ausleihen ziemlich geradlinig – und ich mag, dass Audio und Lesen in einer App zusammenlaufen.[^*]
Was du bekommst: eBooks und eAudiobooks (und je nach Bibliothek auch Magazine/Zeitungen).[^9][^10]
Pluspunkte
- Fokus auf „Borrow & Play“: Leihen und direkt in der App lesen/hören.[^10]
- Sprach-/Mehrsprachen-Browsing wird als Feature genannt (hilfreich in Familien mit mehreren Sprachen).[^10]
- App ist laut App-Store u. a. auch auf Deutsch verfügbar.[^10]
Minuspunkte
- Verfügbarkeit hängt stark von deiner Bibliothek ab (erst prüfen, ob sie BorrowBox anbietet).[^9]
- Katalog variiert je nach Bibliothek.[^9]
- Wie bei Bibliotheken üblich: beliebte Titel können vergriffen sein (dann warten).[^*]
4) cloudLibrary – sinnvoll, wenn deine Bibliothek es anbietet
So fühlt es sich in der Praxis an: cloudLibrary ist bei mir die „zweite Schiene“, wenn ich weiß, dass eine bestimmte Bibliothek darüber einkauft. Die App ist solide, aber du merkst schnell die Bibliothekslogik (Warten, wenn weg).[^*]
Was du bekommst: E-Books und Audiobooks – je nach Bibliotheks-Abo/Freischaltung.[^11]
Pluspunkte
- App kann (je nach Bibliothek) sowohl digitale als auch physische Ausleihen/Erinnerungen bündeln.[^11]
- Gute Filter (Format, Verfügbarkeit, Sprache) – hilft beim schnellen Finden.[^4][^11]
- Frühzeitige Rückgabe ist möglich (praktisch, wenn du fertig bist und jemand wartet).[^11]
Minuspunkte
- Wartezeiten sind systembedingt möglich: cloudLibrary erklärt das „one copy/one user“-Modell ausdrücklich.[^12]
- Nicht jede Bibliothek ist auswählbar (nur Vertragspartner).[^4][^12]
- E-Reader-Setups können extra Schritte bedeuten (je nach Gerät/Bibliothek).[^*]
5) LibriVox Audiobook (App) – Klassiker kostenlos, ohne Bibliotheksausweis
So fühlt es sich in der Praxis an: Das ist mein „Notfall-Klassiker-Regal“. Wenn ich einfach etwas hören will (Klassiker, alte Texte, Fremdsprachen), finde ich hier fast immer etwas – ohne Login-Stress.[^*]
Wichtig: LibriVox selbst ist ein Projekt; viele Apps greifen „nur“ auf den LibriVox-Katalog zu. Die App, die ich dafür nutze, ist eine eigenständige iOS-App, die mit der LibriVox-Datenbank arbeitet.[^18]
Pluspunkte
- Der LibriVox-Gedanke ist radikal günstig: Ziel ist, Public-Domain-Bücher als Audio kostenlos bereitzustellen.[^13]
- Große Auswahl: Der LibriVox-Katalog erreichte laut Wikipedia im Dezember 2024 20.000 Aufnahmen.[^14]
- Perfekt, wenn du Klassiker magst oder nebenbei eine Sprache hörst.[^*]
Minuspunkte
- Public-Domain ist kompliziert: LibriVox weist ausdrücklich darauf hin, dass „public domain“ je nach Land unterschiedlich sein kann.[^15]
- Qualität schwankt, weil viele Aufnahmen von Freiwilligen stammen (mal großartig, mal „okay“).[^*]
- Manche Apps rund um LibriVox enthalten Werbung oder In-App-Käufe (je nach Anbieter/App).[^18]
“To make all books in the public domain available, narrated by real people and distributed for free, in audio format on the internet.”[^13]
Kleine Praxis-Tipps, die sofort Geld sparen (ohne nervig zu werden)
- Vormerken statt kaufen: Wenn du zwei Wochen warten kannst, sparst du dir Impulskäufe bei Bestsellern.[^3][^12]
- Leihfristen ausnutzen: Bei kurzen Leihfristen (z. B. Magazine/News) plane ich bewusst „heute Abend durchblättern“ statt „irgendwann“. [^3]
- Ein System nach dem anderen: Erst prüfen, welche Plattform deine Bibliothek nutzt – dann die passende App installieren (das spart Frust und Zeit).[^*]
Fazit
Bibliotheks-Apps sind kein „Hack“, sondern ein ziemlich offizieller Weg, weniger für Lesen und Hören auszugeben. Wenn du einmal deine passende Plattform gefunden hast, wird aus „Bücher sind teuer“ schnell „Warum habe ich das nicht früher gemacht?“.
Referenzen
[^1]: Apple App Store – Onleihe-App (Beschreibung: „über 2.900 Bibliotheken werden unterstützt“): https://apps.apple.com/de/app/onleihe/id422554835
[^2]: Onleihe – FAQ/Einführung (Was ist Onleihe, Voraussetzungen wie Bibliothekskarte/Passwort): https://www.onleihe.de/onleiheregio/frontend/finclude/divibib-customer/xa_de_bw/onleiheregio/de/faq/intro.html
[^3]: Onleihe-Verbund „Medien-Laden“ – FAQ (Beispiel-Leihfristen, Vormerken, etc.): https://www.onleihe.de/medien-laden/frontend/finclude/divibib-customer/xa_de_nw/medien-laden/de/faq/intro.html
[^4]: ebookplus.onleihe.com – Hinweis zur Umstellung (Beispiel: „Umstellung auf Onleihe 3 am 5. März 2026“, neue App erforderlich): https://ebookplus.onleihe.com/
[^5]: Münchner Stadtbibliothek – Gebühren (Erwachsene 20,00 €/Jahr): https://www.muenchner-stadtbibliothek.de/gebuehren
[^6]: Audible.de – FAQ „Wie viel kostet Audible?“ (9,95 € pro Monat nach Probeabo): https://www.audible.de/
[^7]: OverDrive – Libby (Grundprinzip: kostenlos über Bibliothek ausleihen): https://www.overdrive.com/apps/libby
[^8]: OverDrive – Libby FAQ (u. a. „Libby ist kostenlos“, „Libby … in 78 countries worldwide“, „Over 90% … North America“): https://www.overdrive.com/apps/libby/switchtolibby
[^9]: BorrowBox – Anbieter-Seite („Borrow eBooks and eAudiobooks free from your library“): https://www.borrowbox.com/
[^10]: Apple App Store – BorrowBox App (Beschreibung, Features, Sprachen inkl. Deutsch): https://apps.apple.com/us/app/borrowbox/id562843562
[^11]: Apple App Store – CloudLibrary (Beschreibung: eBooks & Audiobooks, Nutzung mit Bibliotheksausweis): https://apps.apple.com/us/app/cloudlibrary/id466446054
[^12]: yourcloudlibrary.com – Support/FAQ (Warum warten? „one copy/one user“-Modell): https://www.yourcloudlibrary.com/en/support.html
[^13]: LibriVox – About (Objective-Statement als Quote): https://librivox.org/pages/about-librivox/
[^14]: Wikipedia – LibriVox (Kataloggröße 20.000, Stand 17. Dezember 2024): https://en.wikipedia.org/wiki/LibriVox
[^15]: LibriVox – Public Domain (Hinweis zu Public Domain/Unterschieden je nach Land): https://librivox.org/pages/public-domain/
[^18]: Apple App Store – LibriVox Audiobook (Drittanbieter-App, greift auf LibriVox-Datenbank zu): https://apps.apple.com/us/app/librivox-audiobook/id663994262
[^19]: Hugendubel Hilfe – tolino & digitale Ausleihe (Hinweise zu Onleihe/OverDrive, DRM-LCP/Adobe DRM): https://hilfe.hugendubel.de/support/solutions/articles/103000187507-wie-kann-ich-ebooks-der-onleihe-auf-meinem-tolino-ereader-ausleihen-
[*]: Eigene Praxiserfahrung beim Testen/Benutzen der genannten Apps; konkrete Funktionsaussagen sind jeweils über die verlinkten Referenzen nachvollziehbar.



