Die kurze Antwort: Wenn du Reisekosten in der Gruppe teilen willst, sind Splid und tricount eine gute Wahl. Beide sind kostenlos, zeigen keine Werbung und unterstützen mehr als 150 Währungen. Settle Up ist am flexibelsten, wenn mehrere Leute zahlen oder Paare und Familien unterschiedlich gewichtet werden sollen. Splital passt, wenn du ohne Tageslimit splitten und die Ausgaben danach exportieren willst. Splitwise ist der bekannte Klassiker. In der Gratisversion kannst du aber nur 4 Ausgaben pro Tag eintragen. Für eine Reise mit vielen kleinen Ausgaben brauchst du deshalb meist Pro oder eine Alternative (Splitwise Hilfe: Pro).

Urlaub ist teuer, und nicht alle können ihn sich gleich leicht leisten. 21 % der Menschen in Deutschland lebten 2025 in Haushalten, die sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige Urlaubsreise leisten konnten. Das sind rund 17,3 Millionen Menschen (Statistisches Bundesamt, 23.06.2026). Gleichzeitig gaben die Deutschen 2025 laut Deutschem Reiseverband 87,9 Mrd. € für vorab gebuchte Urlaubsreisen aus. 2024 waren es noch 83,4 Mrd. € (DRV: Zahlen und Fakten 2026; DRV zu 2024). Bei so hohen Summen hilft auf gemeinsamen Reisen ein System, mit dem alle die Abrechnung nachvollziehen können.

Die 5 Apps im Überblick (Stand: Oktober 2026)

App Kosten (Basis) Wichtige Grenze der Gratisversion Offline Fremdwährungen Export
Splitwise kostenlos, Pro als Abo max. 4 Ausgaben/Tag; Umrechnung und Belegscan nur mit Pro – (keine Angabe gefunden) Umrechnung nur mit Pro – (keine Angabe gefunden)
tricount komplett kostenlos, ohne Werbung kein Export, keine Statistik (in der neuen App entfernt) – (keine Angabe gefunden) ja, 150+ Währungen, Tageskurs nein (entfernt)
Settle Up kostenlos, Premium optional Belegfotos, Statistiken und Excel-Export nur mit Premium ja alle Währungen, Echtzeitkurse Excel nur mit Premium
Splid kostenlos keine relevanten Grenzen angegeben ja 150+ Währungen, automatische Umrechnung PDF/Excel
Splital kostenlos, Pro optional erweiterte Statistiken nur mit Pro ja – (keine Angabe gefunden) PDF/CSV

Quellen: Splitwise Pro, tricount Hilfe, Settle Up im App Store, Splid, Splital. Die Hersteller ändern Preise und Funktionen öfter. Schau deshalb vor der Reise kurz in den App Store.

So funktioniert das Teilen von Reisekosten mit einer App

Das Prinzip ist bei allen fünf Apps gleich:

  • Du legst eine Gruppe an (z. B. „Italien 2027“) und lädst die Mitreisenden ein.
  • Jede Ausgabe wird erfasst: Betrag, Währung, wer bezahlt hat und für wen sie war.
  • Die App berechnet automatisch die Salden, also wer wem wie viel schuldet.
  • Am Ende wird ausgeglichen, möglichst mit wenigen Überweisungen.

Für den letzten Schritt bieten mehrere Apps eine Funktion zum „Schulden vereinfachen“. Splitwise erklärt, dass sich dabei an niemandes Gesamtsaldo etwas ändert. Die App optimiert nur, wer an wen zahlt. Wenn Anna Bob 20 € schuldet und Bob Charlie 20 €, zahlt Anna direkt an Charlie (Splitwise Hilfe: Simplify Debts).

Darauf solltest du bei einer Reise-App achten

  • Flexible Aufteilung: gleich, nach Beträgen, Prozent oder Gewichten. So kann z. B. ein Paar doppelt zählen.
  • Fremdwährungen: Bei Auslandsreisen spart eine automatische Umrechnung viel Diskussion über Wechselkurse.
  • Offline-Modus: Ausgaben fallen oft im Flieger, im Zug oder ohne Roaming an.
  • Keine Tageslimits: Auf Reisen kommen schnell 10 bis 20 Einträge am Tag zusammen.
  • Mitmachen ohne Hürden: Ideal ist es, wenn Mitreisende ohne Konto oder ohne App mitlesen können.
  • Export: PDF oder CSV sind praktisch, wenn du die Kosten später in dein Haushaltsbuch übernehmen willst.

Die 5 Apps im Detail

1) Splitwise: der Klassiker, mit Grenzen in der Gratisversion

Splitwise ist für viele die bekannteste App zum Kostenteilen. Du legst eine Gruppe an, trägst Ausgaben ein und siehst die Salden. Die Gratisversion ist seit der Einführung eines Tageslimits aber deutlich eingeschränkt: Ohne Abo kannst du höchstens 4 Ausgaben pro Tag eintragen (Splitwise Hilfe: Pro). Splitwise schlägt als Workaround vor, dass andere Gruppenmitglieder Ausgaben für dich eintragen (Splitwise Hilfe: Expense Limit).

Splitwise Pro bringt unbegrenzte Ausgaben, Währungsumrechnung, Belegscan mit Aufteilung einzelner Positionen, Diagramme, Suche, Standard-Aufteilungen und keine Werbung (Splitwise Pro). Es gibt ein Monatsabo sowie Jahrespläne für eine oder zwei Personen. Die Jahrespläne enthalten einen „Trip Pass“, der allen Mitgliedern einer Reisegruppe 30 Tage lang die Pro-Funktionen freischaltet (Splitwise Hilfe: Pro). Euro-Preise nennt Splitwise auf seinen Hilfeseiten nicht. Den aktuellen Preis für Deutschland siehst du in der App.

Pro

  • Ausgereift und bei vielen schon installiert, deshalb musst du in gemischten Gruppen wenig erklären.
  • Die Vereinfachung der Schulden ist gut dokumentiert. Bei mehreren Währungen wird jede Währung getrennt vereinfacht (Splitwise Hilfe).
  • Mit dem Trip Pass reicht ein Jahresabo für die ganze Reisegruppe.

Contra

  • Mit 4 Ausgaben pro Tag kommst du auf einer Reise mit vielen Ausgaben ohne Pro kaum aus.
  • Die Währungsumrechnung kostet extra.
  • Den Kartenimport gibt es nur in einigen Ländern.

2) tricount: komplett kostenlos, aber abgespeckt

tricount gehört zur niederländischen Neobank bunq. Mit der neuen App wurde tricount Premium eingestellt. Die App ist jetzt laut Hersteller „Free. No ads. No limits.“ (tricount Hilfe). Alle Mitglieder können Ausgaben eintragen, und mit ungleichen Anteilen zu splitten ist einfach: Du tippst auf „Equally“ und passt die Anteile oder Beträge pro Person an (tricount Hilfe).

Jede Gruppe hat eine Hauptwährung. Ausgaben in anderen Währungen rechnet tricount zum Marktkurs bzw. Tageskurs um. Die Ausgleichsvorschläge erscheinen immer in der Hauptwährung (tricount Hilfe). Lege die Hauptwährung deshalb gleich zu Beginn bewusst fest.

Wichtig: Mit der neuen App wurden einige Funktionen entfernt. Dazu gehören der CSV- und PDF-Export und der persönliche Modus. Statistiken und gespeicherte Aufteilungen sollen laut tricount in einem späteren Update zurückkommen (tricount Hilfe). Wer ein bunq-Konto hat, kann Kartenzahlungen direkt in tricount übernehmen.

Pro

  • Komplett kostenlos, ohne Werbung und ohne Tageslimit.
  • Gut für Gruppen, in denen alle selbst eintragen sollen.

Contra

  • Derzeit kein Export und keine Statistik.
  • Die Zusatzfunktionen sind stark auf bunq ausgerichtet.

3) Settle Up: stark bei komplexen Gruppen

Settle Up lohnt sich, wenn nicht einfach alles gleich geteilt wird. Die App unterstützt mehrere Zahler für eine Ausgabe, Gewichte (z. B. Paar = 2, Single = 1) und Standard-Anteile pro Gruppe. Sie funktioniert offline und synchronisiert später. Laut App-Store-Beschreibung unterstützt sie alle Währungen mit Echtzeit-Wechselkursen. Über einen Gruppenlink können Mitreisende die Salden auch im Browser ohne App ansehen (Settle Up im App Store). Zusätzlich gibt es eine Web-App (settleup.io).

Premium bringt laut Store-Eintrag keine Werbung, Belegfotos, wiederkehrende Ausgaben, eigene Kategorien, Excel-Export und Statistiken. Neben einem Abo für dich allein gibt es ein Gruppen-Premium, das für alle Mitglieder einer Gruppe gilt, auch zeitlich begrenzt für eine einzelne Reise (Settle Up im App Store). Die Preise in Euro siehst du im deutschen App Store bzw. bei Google Play.

Pro

  • Sehr flexibel bei Paaren, Familien und gemischten Gruppen.
  • Offline nutzbar, und Mitreisende brauchen nicht unbedingt die App.

Contra

  • Wegen der vielen Optionen brauchst du etwas mehr Einarbeitung als bei minimalistischen Apps.
  • Werbung, Belegfotos und Excel-Export nur mit Premium.

4) Splid: minimalistisch und kostenlos

Splid eignet sich, wenn ihr einfach alles eintragen und später ausgleichen wollt. Du brauchst kein Konto. Gruppen lassen sich komplett offline anlegen und nutzen, und auf Wunsch synchronisierst du sie, damit mehrere Leute eintragen können. Splid unterstützt mehr als 150 Währungen mit automatischer Umrechnung. Zusammenfassungen kannst du als PDF oder Excel herunterladen. Der Hersteller schreibt: „Splid is free!“ (Splid).

Pro

  • Kostenlos, schnell eingerichtet, ideal für Wochenendtrips, Festivals und Familienbesuche.
  • Offline-Modus, Fremdwährungen und Export sind dabei.

Contra

  • Keine tiefen Budget-Auswertungen oder Bankimporte.
  • Bei großen Gruppen kann „minimalistisch“ auch weniger Kontrolle bedeuten.

5) Splital: kostenlos splitten mit Statistik und Export

Splital bietet in der Gratisversion unbegrenzte Ausgaben ohne Werbung und ohne Tageslimit. Du kannst gleich, nach Prozent oder nach exakten Beträgen splitten und eine Standard-Aufteilung festlegen. Die Funktion zum Schulden vereinfachen lässt sich ein- und ausschalten. Ausgaben kannst du offline erfassen, sie werden später synchronisiert. Splital kategorisiert sie automatisch und exportiert als PDF oder CSV. Du brauchst kein Konto, und Mitreisende können ohne App mitmachen. Bestehende Splitwise-Gruppen lassen sich per CSV importieren (Splital). Das optionale Splital Pro ergänzt erweiterte Diagramme und Statistiken (Splital).

Pro

  • Funktionen für die Zeit nach der Reise (Export, Statistik nach Kategorie und Person) schon kostenlos.
  • Leichter Umstieg von Splitwise dank CSV-Import.

Contra

  • Weniger bekannt als die Klassiker. In gemischten Gruppen musst du die App vielleicht kurz erklären.
  • Jede Statistik ist nur so gut, wie konsequent alle eintragen.

Welche App passt zu deiner Reise?

  • Kurztrip oder Festival, möglichst einfach: Splid.
  • Große Gruppe, alle tragen selbst ein, nichts soll etwas kosten: tricount oder Splid.
  • Paare, Familien mit Kindern, mehrere Zahler: Settle Up, wegen der Gewichte und Gruppenfunktionen.
  • Splitwise-Fan, aber das Tageslimit stört: Splital (mit CSV-Import) oder Splitwise Pro mit Trip Pass.
  • Kosten später auswerten oder ins Haushaltsbuch übernehmen: Splital oder Splid, weil beide kostenlos exportieren.

Tipps, damit die Abrechnung wirklich fair bleibt

  • Regeln vorher festlegen: Was wird geteilt (Unterkunft, Sprit, Einkäufe) und was zahlt jeder selbst (Souvenirs, eigene Getränke)?
  • Gewichte statt Einzeldiskussionen: Für Paare oder Familien eine feste Gewichtung festlegen. Wie das bei Kindern funktioniert, liest du auch im Artikel zu Kinderkosten mit Co-Parent-Apps.
  • Restaurantbesuche: Einzelne Positionen nur dann zuordnen, wenn die Unterschiede groß sind. Mehr dazu im Beitrag zu Restaurantrechnungen mit Bon-Apps teilen.
  • Gemeinsame Einkäufe für die Ferienwohnung: Wenn ihr euch selbst versorgt, helfen gemeinsame Einkaufslisten. Siehe Lebensmittelkosten mit Shared-Cart-Apps teilen.
  • Sofort eintragen: Am besten direkt nach dem Bezahlen, nicht erst am Abend.
  • Zeitnah ausgleichen: Nach der Reise gemeinsam die Salden prüfen und innerhalb weniger Tage überweisen.

Beruflich unterwegs? Dafür sind diese Apps nicht gedacht

Wer nach „Reisekosten-App“ oder „Reisekosten-Software Vergleich“ sucht, meint oft die Abrechnung von Dienstreisen. Die fünf Apps oben sind für private Gruppenreisen gedacht. Sie ersetzen keine Reisekostenabrechnung gegenüber dem Arbeitgeber oder dem Finanzamt. Dafür gibt es eigene Spesen- und Reisekosten-Software, die Belege revisionssicher ablegt und Pauschalen berechnet.

Zur Orientierung die steuerlichen Inlandswerte für Dienstreisen in Deutschland 2026: Laut Techniker Krankenkasse gelten unverändert:

  • Verpflegungspauschale: 14 € bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit, 28 € für volle 24 Stunden.
  • Übernachtungspauschale: 20 €.
  • Kilometerpauschale für Dienstreisen mit dem privaten Pkw: 0,30 € pro km.

Im Einzelfall solltest du dich an deine Lohnbuchhaltung oder Steuerberatung wenden.

Fazit

Mit einer App teilst du Reisekosten schneller und nachvollziehbarer als mit Excel oder Kassenzetteln. Wer nichts zahlen will, ist 2026 mit Splid, tricount oder Splital gut bedient. Settle Up ist am flexibelsten für komplizierte Gruppen. Splitwise lohnt sich auf längeren Reisen vor allem mit Pro bzw. Trip Pass, weil die Gratisversion nur 4 Ausgaben pro Tag erlaubt. Dasselbe Prinzip funktioniert auch zu Hause, etwa für Haushaltskosten in der WG oder Familie.


Quellen