2024 wurden weltweit rund 150 Milliarden US‑Dollar über In‑App‑Käufe und bezahlte Apps/Games umgesetzt – +13 % gegenüber dem Vorjahr. Das ist kein Nischenthema, sondern ein echter Budget-Killer im Taschenformat. Quelle: Sensor Tower, State of Mobile 2025 (sensortower.com).

Und genau deshalb lohnt sich eine simple Gegenstrategie: In‑App‑Käufe blockieren (oder mindestens hart absichern) – so, dass aus „nur kurz klicken“ wieder „bewusst entscheiden“ wird.

Was sind In‑App‑Käufe – und warum rutschen sie so leicht durch?

In‑App‑Käufe sind Zahlungen innerhalb einer App: extra Leben im Spiel, Coins, Skins, Premium‑Funktionen oder Abos. Sie sind oft so gestaltet, dass sie sich „klein“ anfühlen (0,99 €, 2,99 € …), aber sich schnell summieren.

Die Verbraucherzentrale bringt es pragmatisch auf den Punkt:

„Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Sie oder Ihre Kinder nicht ungewollt Geld für mobile Spiel-Features ausgeben, können Sie In-App-Käufe gezielt sperren.“
— Verbraucherzentrale NRW (verbraucherzentrale.nrw)

Wie „Blockieren“ praktisch funktioniert (die 3 Stellschrauben)

  1. Store-Schutz (Apple App Store / Google Play): Jede Zahlung muss bestätigt werden (Passwort, Face/Touch ID, Biometrie).
  2. Betriebssystem-Regeln: iOS kann In‑App‑Käufe komplett verbieten; bei Android läuft’s primär über Bestätigungspflichten im Play Store.
  3. Familien-Freigaben: Kinder können Käufe nur nach Genehmigung tätigen (Ask to Buy / Family Link).

Wichtig: Einstellungen gelten oft pro Gerät (z. B. iPhone und iPad separat). Das betont auch die Verbraucherzentrale NRW (verbraucherzentrale.nrw).

iPhone/iPad: In‑App‑Käufe wirklich sperren (ohne Extra-App)

Auf iOS ist der „harte Cut“ am einfachsten: Bildschirmzeit → Käufe im iTunes & App Store → In‑App‑Käufe → Nicht erlauben. Apple beschreibt das Schritt für Schritt (support.apple.com).
Alternativ kannst du Käufe auch „nur“ absichern (immer Passwort/Face ID), falls du In‑App‑Käufe nicht komplett verbieten willst (support.apple.com).

Für Familien ist „Kaufanfrage“ (Ask to Buy) praktisch: Dein Kind schickt eine Anfrage, du genehmigst oder lehnst ab – auch bei In‑App‑Käufen (support.apple.com).

Android: Käufe im Play Store absichern (und damit In‑App‑Käufe bremsen)

Auf Android ist der zentrale Hebel die Bestätigung von Käufen im Google Play Store:

  • Play Store öffnen → Profilbild → Zahlungen & AbosBestätigung von Käufen
  • Bei „Bestätigungshäufigkeit“ „immer“ wählen (oder Biometrie aktivieren)

Genau diese Schritte erklärt die Verbraucherzentrale NRW inkl. der Optionen „immer / alle 30 Minuten / nie“ (verbraucherzentrale.nrw).

5 Apps, die dir im Alltag helfen (mit Pros & Cons)

Vorab, ganz ehrlich: Die zuverlässigste „Blockade“ passiert im Betriebssystem/Store. Die folgenden Apps sind dann der praktische Alltagsteil: Genehmigen, begrenzen, Reibung erhöhen, Überblick behalten.

1) Apple „Bildschirmzeit“ (iOS) – die direkte Sperre

Wofür sie sich anfühlt wie gemacht: Wenn du In‑App‑Käufe wirklich abschalten willst (oder wenigstens hinter einen Code packen).

Was im Alltag auffällt: Du setzt einmal die Regel, und der typische „Ups, gekauft“-Moment wird zu „geht nicht“ oder „Code erforderlich“.

Pros

  • In‑App‑Käufe können direkt deaktiviert werden (support.apple.com)
  • Funktioniert ohne Drittanbieter, tief im System verankert
  • Mit Kaufanfrage für Kinder sehr sauber (Genehmigen/Ablehnen) (support.apple.com)

Cons

  • Wirkt nur innerhalb des Apple-Ökosystems (iOS/iPadOS)
  • Ein Bildschirmzeit-Code muss wirklich geheim bleiben (sonst ist die Hürde weg)

2) Google Play Store (Android) – „immer bestätigen“ statt „durchklicken“

Wofür es gut ist: Spontankäufe auf Android abbremsen, indem du jede Zahlung bewusst bestätigst.

Was im Alltag auffällt: „Nur schnell kaufen“ wird jedes Mal ein Mini-Entscheidungspunkt (Passwort oder Biometrie).

Pros

Cons

  • Keine „echte“ Komplettsperre wie bei iOS beschrieben – es ist primär eine harte Bestätigungshürde
  • Gilt pro Gerät/Konto-Setup (bei mehreren Geräten einmal sauber überall setzen)

Wofür es passt: Familien, die bei Kindern Downloads und Käufe nicht dem Zufall überlassen wollen.

Was im Alltag auffällt: Du bekommst Kontrolle zurück, ohne dass dein Kind gar nichts mehr darf: Regeln + Genehmigung, wenn es nötig ist.

Pros

  • Family Link kann Downloads und Käufe bei Google Play genehmigen (Elternaufsicht) (families.google.com)
  • Läuft über das Google-Familien-Setup (Familiengruppe) (families.google)

Cons

  • Je nach Gerätekonstellation/Region/Familien-Setup nicht immer „plug & play“
  • Für Erwachsene/Singles eher weniger relevant, außer du verwaltest Geräte in der Familie

4) Qustodio – App-Nutzung begrenzen, Kauf-Trigger entschärfen

Wofür es praktisch ist: Wenn der Kaufdruck aus bestimmten Apps kommt (Games, Social Apps) und du lieber Zugang/Zeit steuerst, statt nur Zahlungen.

Was im Alltag auffällt: Du blockierst oder limitierst die App, die dich (oder dein Kind) ständig in den Shop zieht – und reduzierst so die Situationen, in denen In‑App‑Käufe überhaupt auftauchen.

Pros

  • Apps/Games können geblockt oder mit Zeitlimits versehen werden (help.qustodio.com)
  • Kategorien-Logik (z. B. Gaming/Social) kann das Setup vereinfachen (help.qustodio.com)

Cons

  • Blockiert In‑App‑Käufe nicht „im Store“ – als Geldbremse am besten mit iOS/Play-Store-Regeln kombinieren
  • iOS-Einschränkungen sind technisch oft begrenzter als auf Android (je nach App/Setup) (help.qustodio.com)

5) Kidslox – Grenzen setzen, bevor der Shop-Button ruft

Wofür es gut funktioniert: Wenn du klare Bildschirmzeit‑/App‑Grenzen willst, inkl. „Gerät sperrt, wenn Zeit um ist“.

Was im Alltag auffällt: Du bekommst eine sehr „regelbasierte“ Steuerung: Zeiten, Sperr-Modi, App‑Block – gut gegen Dauer-Scrollen und Dauer-Spielen, die oft zu In‑App‑Käufen führen.

Pros

  • Bildschirmzeit-Limits und „Lockdown“, wenn die Zeit rum ist (kidslox.com)
  • App‑Blocking/Limit-Mechaniken (je nach iOS/Android-Setup unterschiedlich) (kidslox.com)

Cons

  • Kein Ersatz für Store-/OS‑Kaufsperren (als Geld-Stopper nur im Zusammenspiel wirklich stark)
  • iOS „Advanced“-Setups können mehr Schritte erfordern (laut Kidslox-Anleitung) (kidslox.com)
  • Mehr Umsatz über In‑App‑Käufe & Abos: 2024 lagen In‑App‑Käufe/paid Apps weltweit bei 150 Mrd. US‑$, +13 % YoY (sensortower.com).
  • Rekordquartale gehen weiter: 2025 lag IAP‑Umsatz global in Q2 bei nahezu 41 Mrd. US‑$ (Sensor Tower Digital Market Index) (sensortower.com).
  • App-Realität in Deutschland: Im Schnitt sind 42 zusätzliche Apps auf deutschen Smartphones installiert – mehr Apps heißt auch mehr Stellen, an denen Bezahlen eingebaut ist (Bitkom, 05.06.2025) (bitkom.org).

Unterm Strich: Es wird normaler, dass Apps monetarisieren – und gleichzeitig werden Schutzfunktionen (Genehmigungen, Reibung, Limits) wichtiger, damit Ausgaben bewusst bleiben.

Fazit (kurz)

Geld sparst du hier nicht durch „Disziplin“, sondern durch System-Design: Store-Bestätigungen, iOS‑Sperren, Familien-Genehmigungen und App‑Limits reduzieren die Momente, in denen ein Kauf überhaupt passiert. So werden In‑App‑Käufe wieder das, was sie sein sollten: eine bewusste Entscheidung.


Quellen (Referenzen)