Du kennst das: Du kaufst „noch schnell“ Batterien, Shampoo oder Nudeln – und zu Hause stehen schon zwei Packungen im Schrank. Das ist nicht nur nervig, sondern summiert sich. Und bei Lebensmitteln hat es noch eine zweite Seite: In Deutschland landen laut Umweltbundesamt für 2023 insgesamt 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle im Müll – rund 58 % davon entstehen in privaten Haushalten.[^uba] Das BMEL nennt zudem etwa 74,5 kg pro Person und Jahr in Privathaushalten.[^bmel] Heißt: Ein bisschen „Ich hab’s nicht mehr gefunden“ kann erstaunlich teuer werden.

Was bedeutet „Stop Buying Duplicates“ mit Home-Inventory-Apps?

Die Idee ist simpel: Du baust dir ein digitales Verzeichnis deiner Sachen – und nutzt es vor dem Einkauf (oder beim Aufräumen), um kurz zu prüfen:

  • Habe ich das schon?
  • Wo liegt es? (Kellerregal, Badschrank, „Box Winterkram“)
  • Wie viel ist noch da? (z. B. 2× AA-Batterien, 1× Reis)
  • Wann läuft es ab / wann endet die Garantie?

Praktisch wird das, weil moderne Apps dir das Erfassen erleichtern: Foto, Barcode-Scan, Kategorien, Orte/„Rooms“, Notizen (Seriennummer, Kaufdatum), Quittungsfoto, Erinnerungen.

So funktioniert es im Alltag (ohne Perfektionismus)

Ich habe gemerkt: Es klappt am besten, wenn du nicht „alles auf einmal“ inventarisierst, sondern mit den Bereichen startest, in denen Doppelkäufe wirklich passieren:

  • Vorrat & Drogerie: Nudeln, Reis, Konserven, Waschmittel, Rasierklingen
  • Kabel/Elektronik-Schublade: Ladegeräte, Adapter, Batterien
  • Putz- und Werkzeugkiste: Bits, Dübel, Klebebänder, Ersatzteile
  • Kleidung/Seasonal: Winterjacken, Sportsachen (falls du dazu neigst, „noch eins“ zu kaufen)

Ein zweiter, oft unterschätzter Nutzen: Dokumentation für den Ernstfall. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Haushalt regelmäßig per Foto/Video zu dokumentieren und Belege aufzubewahren – das erleichtert den Schadensnachweis.[^vzb] Eine Inventar-App kann genau diese „Belege + Bilder + Liste“ an einem Ort bündeln.

5 Apps, die sich dafür in der Praxis eignen

1) Sortly (iOS/Android) – „Ordner + Scannen“ sehr schnell

Wie es sich anfühlt: Sortly ist extrem auf „schnell erfassen und wiederfinden“ getrimmt. Ich mag die Ordner-/Standort-Logik, weil du damit z. B. „Keller > Regal 2 > Box Camping“ abbilden kannst. Barcodes/QR-Codes sind ein großer Hebel, wenn du Kisten beschriftest.[^sortly-appstore]

Pro

  • Barcode-/QR-Workflow stark (gut für Kisten, Regale, Keller)[^sortly-appstore]
  • Übersichtliche Struktur mit Ordnern/Locations[^sortly-appstore]
  • Eher „sofort nutzbar“ als „erst konfigurieren“

Contra

  • Starkes Feature-Set ist oft an Bezahlmodelle gekoppelt (je nach Plan)
  • Eher „Inventar-System“ als „Pantry mit Ablaufdaten“ (geht, ist aber nicht der Kern)

2) Nest Egg – Inventory (iOS) – sehr gut für „Pantry + Zuhause“

Wie es sich anfühlt: Nest Egg ist für typische Haushalts-Doppelkäufe angenehm, weil du schnell scannst, Fotos hinterlegst und Dinge nach Kategorien/Orten sortierst. Clever fand ich die Idee mit QR-Labels für Orte/Behälter (scan → Inhalt anzeigen).[^nestegg]

Pro

  • Barcode-Scan + automatische Produktinfos (hilft bei Alltagskram)[^nestegg]
  • QR-Labels für Locations (praktisch bei Boxen)[^nestegg]
  • Kann auch Ablauf-/Warranty-Tracking (je nach Setup)[^nestegg]

Contra

  • iOS-fokussiert (für reine Android-Haushalte unpraktisch)
  • Manche Extras sind als In-App-Käufe gelöst (je nach Bedarf)

3) MyStuff2 Pro (iOS/macOS) – mächtig, wenn du Details liebst

Wie es sich anfühlt: Das ist die App für Leute, die wirklich alles erfassen wollen: viele Felder, viele Bilder pro Item, Import/Export – sehr „Datenbank“, aber im guten Sinn. Für Technik, Sammlungen, Werkstatt und „Kabelkisten“ fand ich sie sehr passend.[^mystuff2]

Pro

  • Viele Detailfelder (Seriennummern, Werte, Anhänge, mehrere Fotos)[^mystuff2]
  • Import/Export (CSV/Excel etc.) nützlich, wenn du schon Listen hast[^mystuff2]
  • Ideal für „teure Sachen + Nachweise“ (Belege, Fotos)

Contra

  • Einarbeitung nötig (weniger „Casual“)
  • Für reine Pantry-Verwaltung etwas „zu groß“

4) HomeZada (iOS) – Home-Management trifft Inventar

Wie es sich anfühlt: HomeZada denkt weniger in „Dosen im Schrank“, mehr in „Zuhause als System“: Räume, Geräte, Dokumente, Reports. Ich fand es besonders sinnvoll, wenn du Inventar plus Dokumente/Handbücher/Wartung im Blick behalten willst.[^homezada]

Pro

  • Kombination aus Inventar, Dokumenten und „Haus-Assets“ (Geräte, Fixtures)[^homezada]
  • Reports/Export für Übersicht (z. B. als PDF)[^homezada]
  • Gut, wenn du mit Familie teilst und strukturiert arbeitest

Contra

  • Für „nur Doppelkäufe vermeiden“ wirkt es schnell umfangreich
  • Cloud-Ansatz passt nicht jedem (Datenschutzgefühl/Präferenz)

5) Memento Database (iOS/Android) – flexibel, wenn du dein System selbst bauen willst

Wie es sich anfühlt: Memento ist keine reine „Home Inventory“-App, sondern eine flexible Datenbank-App. Genau das ist der Vorteil: Du kannst dir eigene Felder bauen (z. B. „MHD“, „Lagertyp“, „Kompatibel mit Gerät X“, „Kaufpreis“, „Alternative Marke“). Für Menschen, die gern Ordnung nach eigenen Regeln schaffen, ist das Gold.[^memento]

Pro

  • Extrem anpassbar (du bestimmst Felder/Struktur)[^memento]
  • Kann „alles“ abbilden: Vorrat, Ersatzteile, Kleidung, Werkzeug, Geschenkeschublade
  • Gut, wenn du spezielle Kategorien brauchst (z. B. Allergien, Größen, Kompatibilitäten)

Contra

  • Nicht „out of the box“ als Home-Inventory vorkonfiguriert
  • Set-up kostet am Anfang Zeit (zahlt sich später aus)
  • QR-Labels & Barcodes: Kisten/Regale werden scanbar, nicht nur Items.
  • Beleg- und Dokumenten-Workflow: Quittungen, Handbücher, Garantien als Anhang (wichtig auch für Schadensnachweise).[^vzb]
  • Mehr „Pantry-Logik“: Ablauf-/MHD-Erinnerungen, um Vorräte wirklich zu nutzen statt zu vergessen.
  • Datenschutz als Feature: Mehr Apps werben mit lokalem Speichern oder klaren Cloud-Optionen (je nach Bedürfnis).

Mini-Fazit

Wenn du vor allem spontane Doppelkäufe stoppen willst, funktionieren Apps am besten, wenn sie schnell sind: scannen, ablegen, wiederfinden. Und wenn du zusätzlich Wert auf Nachweise legst, wird aus „Ordnung“ plötzlich echte Absicherung – inklusive Fotos, Belegen und einer nachvollziehbaren Liste.[^vzb]


Quellen