Mehr als jeder dritte BNPL-Nutzer in Deutschland (36 %) hat in den vergangenen Monaten schon mindestens einmal eine Zahlungsfrist verpasst – und musste dafür Mahngebühren zahlen.[^1] Und genau da wird BNPL (Buy Now, Pay Later) plötzlich unangenehm: nicht wegen des Kaufs, sondern weil du Termine, Abbuchungen und Teilbeträge parallel jonglierst.

BNPL kurz erklärt – und warum Gebühren überhaupt entstehen

BNPL bedeutet: Du kaufst online, aber der Betrag wird später oder in Raten fällig. Typisch sind zwei Varianten:[^2]

  • Rechnungsmodell: Zahlung z. B. nach 14 oder 30 Tagen
  • Ratenmodell: Abbuchung über mehrere Monate (oft mit Zinsen)

Gebühren entstehen meistens nicht „einfach so“, sondern durch ganz normale Alltagsfehler:

  • du übersiehst das Fälligkeitsdatum zwischen anderen Abbuchungen
  • die Lastschrift scheitert (z. B. Konto kurz im Minus)
  • du hast mehrere BNPL-Käufe und verlierst die Übersicht
  • Rücksendung/Teillieferung – und du bist unsicher, ob du schon zahlen sollst

So helfen Tracking-Apps konkret gegen BNPL-Mahngebühren

Eine gute Tracking-App verhindert Mahngebühren nicht magisch – aber sie reduziert die typischen Auslöser. In meinem Testalltag (viele kleine Online-Käufe, Abos, Kinderkosten/Haushalt) haben sich drei Hebel als entscheidend erwiesen:

  1. Fälligkeiten sichtbar machen: statt „irgendwo in einer E-Mail“ als Liste im Finanzplan/Verträge/Später-bezahlen-Bereich
  2. Erinnerungen nutzen: Push, Kündigungsfristen, Budget-Warnungen – bevor es knapp wird
  3. Cashflow prüfen: Passt die Abbuchung nächste Woche wirklich ins Konto?

Mini-Rechnung: Warum „einmal zu spät“ schnell nervt

  • Bei Klarna werden in einem beschriebenen Mahnprozess Mahngebühren von 1,20 € je Mahnung genannt.[^3] Drei Mahnungen wären rechnerisch 3,60 € – für nichts außer „vergessen“.
  • Bei PayPal kann bei verschuldeter, fehlgeschlagener Lastschrift eine Pauschale von 2,80 € pro fehlgeschlagener Lastschrift anfallen.[^5] Wenn es zweimal scheitert: 5,60 €.
  • Zusätzlich können (je nach Fall) Verzugszinsen relevant werden: Der Basiszinssatz liegt seit 01.01.2026 bei 1,27 %.[^7] Für Verbrauchergeschäfte wird häufig mit 5 Prozentpunkten darüber gerechnet (also 6,27 % p.a.).[^8] Bei 500 € und 30 Tagen wären das grob 2,58 € Zinsen (500 € × 0,0627 / 365 × 30).

5 Apps, die dir im Alltag BNPL-Termine „entwirren“

Wichtig: Ich bewerte hier nur Funktionen, die du in der Praxis zum Fristen-im-Blick-behalten nutzen kannst – nicht „schöne Charts“.

1) Finanzguru (DE) – gut, wenn du viele Verträge & Fixkosten hast

So lief’s bei mir: Nach dem Verbinden der Konten war der größte Effekt, dass wiederkehrende Zahlungen/„Verträge“ nicht mehr im Hintergrund verschwinden. Besonders hilfreich fand ich Push-Hinweise rund um Verträge und Fristen.

Pluspunkte

  • Push-Benachrichtigungen, z. B. Kündigungserinnerungen bei auslaufenden Verträgen.[^12]
  • Fokus auf Struktur im Alltag: Verträge/Abos, Budgets und Warnungen (je nach Nutzung) als „digitale Leitplanken“.[^13]

Minuspunkte

  • Als Finanzassistent mit vielen Funktionen kann es anfangs „viel“ wirken, bis deine Kategorien/Regeln sitzen.
  • BNPL ist nicht automatisch „ein eigener Tab“ – du musst dir die BNPL-Logik (Kategorie/Notiz/Regel) selbst sauber bauen.

2) Outbank (DE) – stark bei Verträgen, Budgets und Frist-Erinnerungen

So lief’s bei mir: Outbank hat bei mir aus den Umsätzen tatsächlich wiederkehrende Posten vorgeschlagen. Der Aha-Moment war weniger „Ausgaben sehen“ – sondern Fixkosten als Kalender im Kopf ersetzen.

Pluspunkte

  • Erkennt Verträge/Fixkosten automatisch und führt sie im Überblick.[^10]
  • Erinnerung an Kündigungsfristen und Benachrichtigung bei Budget-Überschreitung (je nach Setup).[^9]
  • Du kannst dich (z. B. iOS) zu einem End-/Verlängerungsdatum gezielt informieren lassen – bis hin zu „x Monate vorher“.[^10]
  • Push-Mitteilungen zu neuen Umsätzen möglich (hilfreich, um Abbuchungen zeitnah zu sehen).[^11]

Minuspunkte

  • Damit es wirklich „stressfrei“ ist, brauchst du am Anfang etwas Zeit fürs Aufräumen (Kategorien, Verträge bestätigen, Intervalle prüfen).
  • Die App erinnert dich eher an Struktur (Fixkosten/Verträge/Budget) – BNPL-spezifische Workflows musst du selbst abbilden.

3) MoneyControl (Haushaltsbuch) – gut, wenn du lieber manuell trackst

So lief’s bei mir: Wenn du nicht willst, dass eine App Konten verbindet, ist MoneyControl ein solides „Ich trag’s selbst ein“-Haushaltsbuch. Für BNPL ist das überraschend praktisch: du kannst deine BNPL-Käufe als geplante, regelmäßige Ausgaben pflegen (oder als einzelne Fälligkeit).

Pluspunkte

  • Unterstützt regelmäßige Einnahmen und Ausgaben sowie eine Vorschau auf kommende Monate – genau das, was du für BNPL-Fälligkeiten brauchst.[^14]
  • Du bleibst im „Kontrolle-ist-beruhigend“-Modus: nichts wird automatisch verschoben oder versteckt.

Minuspunkte

  • Keine Abkürzung: Wenn du nichts einträgst, kann dich auch nichts erinnern.
  • Für Familien mit vielen Bewegungen kann manuelles Pflegen schnell zur Zusatzaufgabe werden.

4) Klarna App – direkt am BNPL-Zahlungsplan dran

So lief’s bei mir: Wenn du Klarna-BNPL nutzt, ist die Klarna App der direkteste Weg, Fälligkeiten an der Quelle zu sehen. Ich hab in der App vor allem zwei Dinge genutzt: automatische Zahlungen und Push-Hinweise.

Pluspunkte

  • Klarna beschreibt konkret, wie du Autopay aktivierst und Push „Zahlung fällig“ einschaltest.[^4]
  • Wenn du in Verzug bist, kann das deine weitere Nutzung einschränken; verspätete Zahlungen können außerdem in Richtung Inkasso gemeldet werden.[^15]

Minuspunkte

  • Das löst nur Klarna – nicht deine gesamte BNPL-Landschaft, wenn du mehrere Anbieter nutzt.
  • Gebühren können trotzdem entstehen, wenn du es „laufen lässt“. In einem beschriebenen Mahnprozess werden 1,20 € je Mahngebühr genannt.[^3]

5) PayPal (Später Bezahlen / „Bezahlung nach 30 Tagen“) – bequem, aber Lastschrift muss sitzen

So lief’s bei mir: Der Vorteil ist klar: Die Zahlung wird nach Ablauf der Frist automatisch eingezogen.[^2][^6] Das reduziert „Termin vergessen“. Der Nachteil: Wenn das Konto am Abbuchungstag nicht passt, wird’s unnötig teuer.

Pluspunkte

  • „Bezahlung nach 30 Tagen“ ist grundsätzlich kostenlos, solange du die Zahlungsfrist nicht gegen Gebühr verschiebst.[^6]
  • PayPal weist darauf hin, dass der Gesamtbetrag aller ausstehenden Später-bezahlen-Transaktionen aktuell noch nicht einsehbar ist – einzelne Transaktionen siehst du aber im Bereich „Später Bezahlen“.[^6] (Das ist wichtig fürs Überziehen-Vermeiden.)

Minuspunkte

  • Bei fehlgeschlagener Lastschrift kann PayPal eine Pauschale von 2,80 € pro fehlgeschlagener Lastschrift verlangen (bei Verschulden).[^5]
  • Wenn du viele kleine BNPL-Käufe machst, ist „alles einzeln“ schnell unübersichtlich – dann brauchst du zusätzlich eine zentrale Tracking-App.

Aktuelle Entwicklungen: BNPL wird stärker reguliert

BNPL rückt regulatorisch näher an „klassischen Kredit“ heran. In einer Einordnung zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditregeln wird ein Zeitpunkt genannt, ab dem neue Vorgaben gelten sollen: 20. November 2026.[^16] Für dich heißt das realistisch: mehr Prüfungen/Infos – aber deine persönliche Routine (Fälligkeiten + Cashflow) bleibt trotzdem der wichtigste Schutz gegen Gebühren.

Fazit (kurz)

BNPL-Mahngebühren entstehen selten aus „Unfähigkeit“, sondern aus fehlender Sichtbarkeit: viele kleine Fristen, viele Abbuchungen, wenig Luft im Konto. Mit Tracking-Apps machst du Fälligkeiten wieder sichtbar – und genau das spart am Ende am zuverlässigsten Gebühren.


Referenzen

[^1]: SCHUFA Holding AG (LinkedIn): Beitrag zu BNPL-Zahlungsverzug (36 % / +13 % Negativeinträge) inkl. O-Ton. https://de.linkedin.com/posts/schufa-holding-ag_verbraucherschutz-buynowpaylater-verbraucherkreditrichtlinie-activity-7316012170935234560-CV66 [^2]: BaFin: „Buy-now-pay-later“ – Funktionsweise (Rechnungsmodell/Ratenmodell). https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/KrediteImmobilien/Kredite/BuyNowPayLater/BuyNowPayLater_node.html [^3]: Klarna (Presse): Mahnprozess in Deutschland, Mahngebühr (1,20 € je Mahnung) und Zeitpunkte. https://www.klarna.com/international/press/klarna-klart-weiter-auf-und-erlasst-kundinnen-in-deutschland-einmalig-ihre-mahngebuhren/ [^4]: Klarna Kundenservice: Mahngebühren vermeiden (Autopay + Push „Zahlung fällig“). https://www.klarna.com/de/kundenservice/wie-kann-ich-mahngebuhren-vermeiden/ [^5]: PayPal: Bedingungen „Bezahlung nach 30 Tagen“ (Stand: August 2025) – Pauschale 2,80 € pro fehlgeschlagener Lastschrift (bei Verschulden). https://www.paypal.com/de/digital-wallet/bezahlungnach30tagen/terms [^6]: PayPal Hilfe: „Was ist Bezahlung nach 30 Tagen?“ (u. a. kostenlos ohne Verschiebung; Gesamtbetrag aller ausstehenden Transaktionen aktuell nicht einsehbar). https://www.paypal.com/de/cshelp/article/was-ist-bezahlung-nach-30-tagen-help463 [^7]: Deutsche Bundesbank: Basiszinssatz nach § 247 BGB (1,27 % gültig ab 01.01.2026). https://www.bundesbank.de/de/bundesbank/organisation/agb-und-regelungen/basiszinssatz-607820 [^8]: IHK Koblenz: Verzugszins-Rechnung (Beispiel: 1,27 % + 5 Prozentpunkte = 6,27 % p.a. im Verbrauchergeschäft). https://www.ihk.de/koblenz/unternehmensservice/recht/rechtsauskuenfte-von-a-z/allgemeine-infos/verzugszins-6398422 [^9]: Outbank: Features (Verträge & Fixkosten, Kündigungsfrist-Erinnerung, Budget-Benachrichtigung). https://outbankapp.com/features/ [^10]: Outbank Helpdesk: Fixkosten & Verträge (automatische Vertragserkennung; Erinnerungen zu End-/Verlängerungsdatum). https://help.outbankapp.com/de/kb/articles/fixkosten-vertrage [^11]: Outbank Helpdesk: Push-Benachrichtigungen über neue Kontobewegungen. https://help.outbankapp.com/kb/articles/wie-kann-ich-die-benachrichtigungen-ber-neue-kontobewegungen-aktivieren-deaktivieren [^12]: Finanzguru: Datenschutzerklärung (Push-Benachrichtigungen inkl. Kündigungserinnerung). https://finanzguru.de/datenschutz [^13]: Finanzguru: „Die Finanzguru App: Dein smarter Finanzassistent…“ (Funktionen: Verträge, Budgets/Erinnerungen – Stand 03.12.2025). https://finanzguru.de/finanzwissen/finanzguru-app [^14]: Apple App Store: „Haushaltsbuch MoneyControl“ (regelmäßige Einnahmen/Ausgaben automatisch verwalten; Vorschau kommende Monate). https://apps.apple.com/de/app/haushaltsbuch-moneycontrol/id465909912 [^15]: Klarna Kundenservice: „Warum wurde mir eine Mahngebühr berechnet?“ (Gründe; Hinweis zu Verzug/Inkasso). https://www.klarna.com/de/kundenservice/warum-wurde-mir-eine-mahngebuhr-berechnet/ [^16]: PwC Legal: Einordnung zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 inkl. genanntem Anwendungs-/Inkrafttretenszeitpunkt 20.11.2026. https://legal.pwc.de/en/news/articles/proposed-bill-implementing-directive-eu-2023-2225-on-credit-agreements-for-consumers-adopted