Schon ein überraschender Wert zeigt, wie normal Store-Apps inzwischen geworden sind: 67 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland verwenden mindestens eine App von Lebensmittelhändlern (Bitkom, 2026). Das passt zur Lage im Alltag: Laut Destatis lagen die Nahrungsmittelpreise im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,0 Prozent höher als 2024 (Destatis, 2026). Wer bei Lebensmitteln, Drogerie und Haushaltsartikeln regelmäßig einkauft, kann mit den richtigen Apps deshalb spürbar besser planen.

Was mir beim Vergleich auffällt: Store-Apps sparen heute nicht mehr nur über einzelne Coupons. Sie kombinieren App-Preise, Bonusmodelle, digitale Kassenbons, personalisierte Angebote und teils mobile Bezahlfunktionen. Bitkom bringt den Trend auf den Punkt: „Beim Lebensmitteleinkauf wollen Verbraucherinnen und Verbraucher Vorteile ohne Umwege.“ (Bitkom, 2026)

Wie Sparen mit Store-Apps funktioniert

Das Prinzip ist einfach: Du registrierst Dich in der App eines Händlers, aktivierst Angebote oder Coupons und scannst an der Kasse einen Code. Je nach App bekommst Du dann:

  • exklusive App-Preise
  • Sofortrabatte auf bestimmte Produkte
  • Sammelmechaniken für weitere Rabatte
  • digitale Kassenbons zur besseren Ausgabenkontrolle
  • teils Bonusguthaben oder Punkte

Praktisch ist das vor allem dann, wenn Du ohnehin regelmäßig bei denselben Märkten einkaufst. Weniger sinnvoll wird es, wenn Du wegen einzelner Coupons extra Umwege fährst oder Dinge kaufst, die gar nicht auf Deiner Liste standen. Genau das ist ein echter Punkt: Laut dem aktuellen Bericht des vzbv gaben 67 Prozent der befragten Nutzer:innen an, in den letzten zwei Jahren manchmal oder öfter mehr gekauft zu haben, um weitere App-Vorteile freizuschalten (vzbv, 2026). Store-Apps helfen also beim Sparen, können aber auch zum Mehrkauf verleiten.

1. Lidl Plus für Discounter-Einkäufe mit System

Wie sie spart: Lidl Plus arbeitet mit aktivierbaren Coupons, digitalem Kassenbon, Rubbellosen und dem Rabattsammler. Laut Lidl bekommst Du nach erreichten Stufen Coupons in der App, die Du beim nächsten Einkauf nutzen kannst (Lidl, 2026).

Mein Eindruck: Die App ist stark, wenn Du ohnehin regelmäßig bei Lidl einkaufst und bereit bist, vor dem Bezahlen kurz in die Coupons zu schauen. Der digitale Bon ist im Alltag hilfreich, weil Du direkt siehst, was wirklich günstiger war.

Vorteile

  • gute Mischung aus Sofortrabatten und Sammelmechanik
  • digitaler Kassenbon mit sichtbarer Ersparnis
  • häufig interessante Aktionen für Standardprodukte

Nachteile

  • viele Vorteile hängen an aktivierten Coupons
  • Gamification mit Rubbellos und Rabattsammler kann zum Spontankauf verleiten
  • ohne regelmäßige Nutzung bringt die App deutlich weniger

2. REWE App für Bonusguthaben und Wocheneinkauf

Wie sie spart: In der REWE App kannst Du laut REWE Euros mit REWE Bonus sammeln und einlösen, Angebote aktivieren, Treuepunkte nutzen und den digitalen Kassenbon speichern (REWE, 2026).

Mein Eindruck: Für Familien oder größere Wocheneinkäufe wirkt die App besonders sinnvoll, weil sie Sparen, Einkaufsvorbereitung und Lieferservice stärker verbindet als viele reine Discounter-Apps. Wenn Du REWE ohnehin nutzt, ist das Bonusmodell angenehm direkt.

Vorteile

  • Bonusguthaben statt abstrakter Punkte
  • gute Verbindung aus Coupons, Bonus und Einkaufsliste
  • auch für Lieferung und Abholung praktisch

Nachteile

  • im Vergleich zu Discountern oft nur dann richtig attraktiv, wenn App-Vorteile aktiv genutzt werden
  • wer selten bei REWE einkauft, baut Bonus nur langsam auf
  • einige Vorteile setzen aktive Beschäftigung mit der App voraus

3. Kaufland Card für große Einkäufe und Haushaltswaren

Wie sie spart: Die Kaufland Card ist kostenlos und zeigt laut Kaufland passende Rabattcoupons und Informationen in der App, in der Filiale oder auf der Website an (Kaufland, 2026).

Mein Eindruck: Kaufland ist oft dann stark, wenn Du nicht nur Lebensmittel, sondern auch Haushaltsartikel, Getränke oder Vorratseinkäufe mitnehmen willst. Die App passt gut zu größeren Einkaufsrunden, bei denen mehrere Coupons gleichzeitig relevant sein können.

Vorteile

  • praktisch für Großeinkäufe und gemischte Warenkörbe
  • Coupons passen gut zu einem Vollsortimenter
  • kostenloses Vorteilsprogramm

Nachteile

  • Registrierung ist Pflicht
  • personalisierte Vorteile sind nicht immer gleich transparent
  • wer nur schnell ein paar Basics holt, profitiert oft weniger als beim geplanten Großeinkauf

4. PENNY App für direkte App-Preise

Wie sie spart: PENNY setzt stark auf App-Preise, exklusive Coupons und zusätzliche Sparaktionen. Laut PENNY sind viele der petrol markierten Vorteile ausschließlich mit App und Vorteilscode an der Kasse nutzbar (PENNY, 2026).

Mein Eindruck: Die App ist unkompliziert, wenn Du schnelle Preisvorteile willst. Besonders stark ist sie für Leute, die ohnehin bei PENNY einkaufen und keine Lust auf komplizierte Punktelogik haben. Du siehst relativ direkt, was mit App günstiger ist.

Vorteile

  • App-Preise sind leicht verständlich
  • zusätzliche Coupons können den Einkauf spürbar drücken
  • gut für einfache, preisorientierte Discounter-Einkäufe

Nachteile

  • Kundenkonto ist Voraussetzung für App-Sparvorteile
  • viele Vorteile gibt es nur digital
  • ohne Smartphone oder Registrierung bleiben exklusive Preise außen vor

5. dm-App für Drogerie, Baby und Haushaltsprodukte

Wie sie spart: Die dm-App bündelt laut dm Coupons, digitalen Kassenbon und über die Verknüpfung mit PAYBACK weitere Vorteile. Für je 2 Euro Einkaufswert gibt es 1 PAYBACK Punkt bei dm (dm, 2026).

Mein Eindruck: Für den Wocheneinkauf im Supermarkt ist dm natürlich keine Hauptlösung. Aber bei Essentials wie Shampoo, Waschmittel, Windeln, Zahnpasta oder Reinigern ist die App im Alltag sehr nützlich. Gerade Familien können hier regelmäßig kleine, planbare Beträge einsparen.

Vorteile

  • stark bei Drogerie- und Haushaltsartikeln
  • Coupons plus PAYBACK lassen sich gut kombinieren
  • digitaler Bon hilft beim Preisvergleich über mehrere Einkäufe

Nachteile

  • die größten Sparvorteile hängen oft an Coupon-Aktionen
  • für reine Lebensmittelbudgets nur ergänzend relevant
  • PAYBACK-Verknüpfung macht es funktional, aber etwas komplexer

Welche App für wen am besten passt

Wenn Du möglichst direkt bei Lebensmitteln sparen willst, sind Lidl Plus und die PENNY App die naheliegendsten Lösungen. Für den größeren Wocheneinkauf ist die REWE App angenehm strukturiert, während die Kaufland Card bei größeren Körben und Vorratskäufen punktet. Die dm-App ist die beste Ergänzung für alles, was im Haushalt regelmäßig nachgekauft werden muss.

Am meisten spart meist nicht die App mit den spektakulärsten Einzelcoupons, sondern die, die zu Deinem echten Einkaufsrhythmus passt.

Drei Entwicklungen sind gerade besonders sichtbar:

  • App-Rabatte werden normaler. Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass Händler unterschiedliche Preise für App-Nutzer und andere Kund:innen grundsätzlich gestalten dürfen, solange sie korrekt informieren (Verbraucherzentrale, 2025).
  • Apps verändern Kaufverhalten. Laut vzbv haben 61 Prozent der befragten Nutzer:innen ihr Einkaufsverhalten durch Supermarkt-Apps verändert (vzbv, 2026).
  • Datenschutz wird wichtiger. Ebenfalls laut vzbv waren sich 69 Prozent der befragten App-Nutzer:innen bewusst, dass ihre Daten analysiert werden (vzbv, 2026).

Für Dich heißt das: Store-Apps können beim Sparen helfen, aber nur dann sauber, wenn Du Berechtigungen, Werbeeinwilligungen und Kaufanreize im Blick behältst.

Fazit

Store-Apps sind kein Wundermittel, aber sie sind längst ein realistisches Werkzeug gegen höhere Alltagskosten. Vor allem bei Lebensmitteln, Drogerie und Haushaltswaren holen Lidl Plus, REWE App, Kaufland Card, PENNY App und dm-App regelmäßig kleine bis mittlere Vorteile heraus. Der entscheidende Trick ist nicht, jede App zu installieren, sondern wenige passende Apps konsequent für Deine Standardkäufe zu nutzen.

Quellen