Du bestellst schnell was zu essen oder lässt dir den Einkauf liefern – und erst ganz am Ende merkst du: „Moment… warum ist das jetzt teurer als gedacht?“ Genau da sitzt das Problem: Nicht der Warenkorb entscheidet, sondern der Gesamtbetrag im Checkout.
Ein Beispiel, das viele überrascht: Bei flaschenpost liegt die Liefergebühr laut FAQ „in der Regel“ bei 3,90 € ab 29 € Warenwert, bei 1,80 € ab 49 € – und bei 0,00 € ab 69 €. Klingt nach Kleingeld, ist aber ein echter Unterschied, wenn du häufiger bestellst.
Damit du Gebühren nicht mehr „nebenbei“ mitzahlst, geht’s hier um eine einfache Regel, die wirklich hilft:
Nicht Apps vergleichen. Sondern: den Endpreis im Checkout.
Drei Zahlen, die du dir merken kannst
- Wolt+ kostet 4,99 € pro Monat (Deutschland) und verspricht „null Liefergebühren“ – aber nur für teilnehmende Restaurants ab 12 € und teilnehmende Geschäfte ab 25 € Mindestbestellwert (laut Wolt+ Seite).
- Picnic liefert laut Website kostenlos, aber du kannst erst ab 45 € Mindestbestellwert bestellen (laut Picnic FAQ/Infos).
- Too Good To Go beschreibt sein Prinzip so: Übrig gebliebene, einwandfreie Lebensmittel werden „zur Hälfte des Preises oder weniger“ angeboten (laut Too Good To Go „Wie funktioniert die App?“).
Diese Art Zahlen ist Gold wert – weil du damit sofort siehst, ob sich eine Bestellung für dich lohnt.
Was „Total Checkout vergleichen“ wirklich heißt (und warum es Gebühren killt)
„Total Checkout vergleichen“ bedeutet: Du schaust nicht auf das Angebot oder den Warenkorb-Zwischensumme, sondern auf den finalen Betrag, den du gleich wirklich zahlst.
Das klingt banal. In der Praxis übersiehst du aber oft:
- Liefergebühr (fix oder abhängig vom Warenwert)
- Mindestbestellwert (führt dazu, dass du „noch schnell was dazu“ packst)
- Abo-Kosten (monatlich, aber du rechnest sie im Moment der Bestellung nicht mit)
- Pfand (bei Getränken/Flaschen kann das die Summe sichtbar nach oben ziehen)
- Rabattbedingungen (z. B. nur online, nicht kombinierbar)
Wenn du finanziell bewusst bist, ist die wichtigste Frage nicht „Wie günstig ist das Produkt?“, sondern:
Was kostet diese Entscheidung heute – und was macht sie mit meinem Monatsbudget?
Die 3-Minuten-Methode: So vergleichst du den Gesamtbetrag fair
Du brauchst keine Tabelle. Nur ein sauberes Vorgehen:
- Bestellidee festlegen
Beispiel: „Heute Abend Pasta“ oder „Getränke + Basics für die Woche“. - Zwei (oder mehr) Checkouts bis kurz vor „Bezahlen“ durchspielen
Nicht abschließen – nur bis zu dem Punkt, wo der Endpreis steht. - Auf diese drei Werte achten
- Warenwert/Artikelpreis (ohne „Schönrechnen“)
- Zusatzkosten (Liefergebühr, ggf. Pfand)
- Schwellen (Mindestbestellwert, „ab X € gratis“)
- Ein Mini-Check für die Wahrheit
- Würdest du die Extras auch kaufen, wenn es keine Schwelle gäbe?
- Oder kaufst du gerade „Gebührenfreiheit“?
Das ist der Kern von „Delivery App Fees vermeiden“: Du bezahlst nicht mehr blind für Bequemlichkeit, sondern entscheidest bewusst.
5 Apps als praktische Lösungen (mit Pros & Cons)
1) Wolt (mit Wolt+): Liefergebühren gezielt auf null drücken
Wenn du in einer Stadt wohnst, wo Wolt stark ist, ist Wolt+ der klassische „Gebühren-Hebel“: Laut Wolt+ Seite zahlst du in Deutschland 4,99 € monatlich und bekommst „null Liefergebühren“ – aber nur:
- bei teilnehmenden Restaurants ab 12 € Mindestbestellwert
- bei teilnehmenden Geschäften ab 25 € Mindestbestellwert
So fühlt sich der Total-Checkout-Vergleich hier an:
Du checkst nicht nur den Endpreis, sondern auch: „Gilt Wolt+ hier überhaupt – und bin ich über der Schwelle?“
Konkretes Beispiel (reine Schwellen-Rechnung):
- Dein Restaurant-Warenkorb liegt bei 11,50 € → Wolt+ „null Liefergebühren“ greift laut Bedingungen noch nicht.
Du müsstest mindestens 0,50 € an Warenwert ergänzen, um auf 12 € zu kommen. - Dein Shop-Warenkorb liegt bei 24,30 € → für die 25-€-Schwelle fehlen 0,70 €.
Pros
- Sehr klare Logik: Abo + Mindestbestellwert + teilnehmende Partner
- Gut für Vielbesteller, die planbar über den Schwellen liegen
- Einfache Entscheidung im Checkout („gilt / gilt nicht“)
Cons
- Monatliche Fixkosten: Wenn du selten bestellst, läuft das Abo trotzdem
- „Schwellen-Effekt“: Du packst leichter etwas dazu, nur damit es gilt
- Gilt nur bei teilnehmenden Partnern, nicht automatisch überall
2) flaschenpost: Gebührenstaffeln ausnutzen, ohne mehr zu kaufen als nötig
flaschenpost ist spannend, weil die Kostenlogik sehr konkret ist: Laut FAQ gilt „in der Regel“ ein Mindestbestellwert von 29 € Warenwert (ohne Pfand), und die Liefergebühr ist gestaffelt:
- 3,90 € ab 29 €
- 1,80 € ab 49 €
- 0,00 € ab 69 € (je nach Region kann es abweichen)
Das ist perfekt fürs „Total Checkout vergleichen“, weil du mit den Schwellen rechnen kannst, statt zu raten.
Konkrete Beispielrechnungen (ohne Pfand, nach der FAQ-Logik):
- Warenwert 35,00 € → Liefergebühr 3,90 € → Gesamt 38,90 €
- Warenwert 50,00 € → Liefergebühr 1,80 € → Gesamt 51,80 €
- Warenwert 68,00 € → Liefergebühr 1,80 € → Gesamt 69,80 €
- Warenwert 69,00 € → Liefergebühr 0,00 € → Gesamt 69,00 €
Der letzte Vergleich ist der Klassiker: 1 € mehr Warenwert kann 0,80 € weniger Gesamtbetrag bedeuten (weil die Liefergebühr wegfällt). Genau solche Effekte findest du nur, wenn du auf den Endpreis schaust.
Pros
- Sehr nachvollziehbare Schwellen + Gebührenstaffel (gute Planbarkeit)
- Pfand wird separat behandelt; du kannst sauber „Warenwert vs. Pfand“ denken
- Lieferfenster/Planung im Modell klar vorgesehen
Cons
- Unterhalb der Schwellen wird’s spürbar teurer (Prozentanteil der Gebühr steigt)
- Regionale Abweichungen möglich (du musst dich auf deinen Checkout verlassen)
- Schwellen können zum „Mehr kaufen“ verführen
3) Picnic: Keine Liefergebühr – aber nur, wenn du groß genug planst
Picnic dreht das Modell um: Laut Website ist die Lieferung gratis, aber es gibt einen Mindestbestellwert von 45 €.
Für Familien und Haushalte, die ohnehin einen größeren Wocheneinkauf machen, kann das extrem angenehm sein: Du musst nicht „Gebühren wegoptimieren“, sondern nur sicherstellen, dass dein Einkauf groß genug ist.
Konkretes Beispiel (Schwelle):
- Du hast 44 € im Warenkorb → du brauchst mindestens 1 € zusätzlich, um bestellen zu können.
Pros
- Null Liefergebühr (wenn du die Mindestschwelle erreichst)
- Gut für planbare Einkäufe (weniger spontane Mini-Bestellungen)
- Du vergleichst sehr einfach: „Komme ich auf 45 € – ja/nein?“
Cons
- Für Singles mit kleinen Einkäufen oft unpraktisch (45 € ist eine klare Hürde)
- Bei „nur schnell was vergessen“ passt das Modell selten
- Mindestschwellen können zu unnötigen Zusatzartikeln führen
4) Domino’s App/Webshop: Direkt bestellen statt Drittplattform-Overhead
Wenn du Domino’s willst, ist die „Gebühren-Vermeidungs“-Idee simpel: direkt bestellen, statt über eine Drittplattform zu gehen.
Domino’s schreibt in seinen Liefer- und Geschäftsbedingungen, dass Bestellungen über die eigene Plattform (Webshop/App) den Vertrag direkt mit dem ausführenden Betrieb schließen, und nennt Drittplattformen wie Lieferando, Uber Eats oder Wolt als Beispiele. Außerdem steht dort auch: Ein Mindestbestellwert kann gelten und hängt u. a. von der Entfernung ab – Details siehst du im Bestellprozess.
Wie du hier den Total Checkout vergleichst:
Du spielst den Checkout einmal direkt bei Domino’s durch und (falls du sonst Plattformen nutzt) einmal dort – und entscheidest nach dem Endbetrag und den Bedingungen, nicht nach Gewohnheit.
Pros
- Direkter Bestellweg, ohne dass eine Drittplattform „dazwischen“ sitzt
- Domino’s regelt Coupons/Gutscheine in eigenen Bedingungen (planbarer Rahmen)
- Mindestbestellwert wird im eigenen Bestellprozess transparent gemacht
Cons
- Funktioniert nur für diese eine Marke
- Mindestbestellwert kann je nach Entfernung variieren (du musst bis zum Checkout schauen)
- Aktionen/Coupons haben Bedingungen (nicht kombinierbar etc.)
5) Too Good To Go: Gebühren umgehen, indem du gar keine Lieferung brauchst
Too Good To Go ist die radikalste „Gebühren-Vermeidung“: Abholung statt Lieferung.
Laut Too Good To Go kannst du dort Betriebe in deiner Nähe finden, die übrig gebliebene, einwandfreie Lebensmittel „zur Hälfte des Preises oder weniger“ anbieten. Zusätzlich kannst du Ergebnisse laut Seite nach Preis sortieren – was den Budget-Fokus sehr direkt macht.
So sieht der Total-Checkout-Vergleich hier aus:
- Du vergleichst nicht „Lieferapp A vs. B“, sondern „Lieferung heute vs. Abholung (günstiger)“.
- Du rechnest Anfahrt/Umweg für dich ehrlich mit ein (Zeit, Ticket, Sprit).
Pros
- Sehr niedrige Preise im Prinzip (laut Beschreibung: Hälfte oder weniger)
- Keine Liefergebühr, weil Abholung
- Preis-Sortierung unterstützt bewusstes Auswählen
Cons
- Inhalt ist eine Überraschung (nicht ideal, wenn du exakt planen musst)
- Abholzeiten müssen passen (Familienlogistik!)
- Der „echte“ Preis hängt auch von deinem Weg dorthin ab
Praktische Tipps, damit Gebührenersparnis nicht zur Kostenfalle wird
- Setz dir eine „Checkout-Regel“: Ich bestelle nur, wenn ich den Endbetrag bewusst gesehen habe.
- Schwellen nicht blind jagen: Wenn du etwas nur wegen „gratis Lieferung“ dazu packst, ist es oft kein Deal.
- Abos wie Fixkosten behandeln: Monatliche Gebühren (z. B. Wolt+) gehören gedanklich in dein Budget, nicht in den „Heute egal“-Topf.
- Groß statt oft: Wenn dein Haushalt es hergibt, sind planbare größere Bestellungen oft gebührenärmer als viele kleine.
- Pfand separat denken: Gerade bei Getränkelieferungen wirkt der Endbetrag sonst „schockierend“, obwohl Pfand später wieder zurückkommt.
Trends & Entwicklungen: Wohin sich Gebühren-Modelle gerade bewegen
- Abos gegen Liefergebühren werden normaler (Wolt+ ist ein klares Beispiel mit Preis und Mindestbestellwerten).
- Mindestbestellwerte + Staffelpreise sind ein typisches Steuerungsinstrument (z. B. flaschenpost mit 29/49/69 € und Picnic mit 45 €).
- Direktbestellungen als Gegenbewegung bleiben relevant, gerade wenn Marken eigene Plattformen betreiben (Domino’s benennt Drittplattformen ausdrücklich in seinen Bedingungen).
- Abholung statt Lieferung ist wieder attraktiver – weil du damit die komplette Liefergebühr „aus dem System“ nimmst (Too Good To Go als Modell).
Fazit
Liefergebühren vermeidest du am zuverlässigsten, wenn du nicht nach Bauchgefühl bestellst, sondern den Endpreis im Checkout vergleichst. Die fünf Apps zeigen fünf unterschiedliche Wege: Abo-Logik (Wolt+), Gebührenstaffeln (flaschenpost), kostenlose Lieferung mit Mindestschwelle (Picnic), Direktbestellung (Domino’s) und Abholung statt Lieferung (Too Good To Go).
Sources:



