Du stehst im Buchladen oder hältst die Materialliste fürs neue Semester in der Hand – und denkst dir: Wie kann ein einziges Lehrbuch so teuer sein? Gerade weil viele aufs Budget schauen (und müssen): 2021 waren in Deutschland 37,9 % der Studierenden armutsgefährdet.^1 Gleichzeitig sind Lernmittel ein echter, wiederkehrender Posten – als Richtwert werden 31 € pro Monat für Lernmittel genannt (basierend auf Ergebnissen der 22. Sozialerhebung).[^^2] Und auch bei Schulbüchern kommt über die Jahre etwas zusammen: idealo schätzt rund 360 € Schulbuchkosten über das gesamte Schulleben im Bundesdurchschnitt.^3
Was bedeutet „ISBN scannen“ – und warum spart das Geld?
Die ISBN ist die eindeutige Kennnummer eines Buches (meist als Strichcode auf der Rückseite). Wenn du sie mit einer App scannst, passiert im Idealfall in Sekunden Folgendes:
- Buch exakt identifizieren (richtige Auflage, Autor:in, Verlag – wichtig bei Lehrbüchern).
- Preise vergleichen: neu vs. gebraucht, unterschiedliche Anbieter, manchmal auch E-Book-Optionen.
- Ankauf checken: Lohnt es sich, alte Bücher zu verkaufen (und wie schnell geht das)?
- Fehlkäufe vermeiden: Gerade bei Lehrbüchern ist „fast gleich“ oft leider „falsch“.
Kurz: Der Scan macht aus „Bauchgefühl“ einen Mini-Preischeck mit Daten – und genau da entsteht das Sparpotenzial.
So nutze ich ISBN-Scans im Alltag (ohne Stress)
Mein Ablauf ist simpel:
- ISBN scannen (oder notfalls eintippen).
- Drei Fragen beantworten:
- Brauche ich genau diese Auflage wirklich?
- Will ich kaufen (und später verkaufen) oder reicht gebraucht?
- Wie groß ist der Preisabstand zwischen „sofort“ und „gebraucht + Versand“?
- Entscheiden: Kaufen, gebraucht suchen, oder erstmal leihen/teilen (wenn möglich).
5 Apps, mit denen du per ISBN-Scan praktisch sparst
1) momox (Verkaufen per Scan, Festpreis)
Wenn du nach dem Semester Bücher loswerden willst, ist momox für mich der schnellste „Scan → Preis“-Weg: Du scannst den Barcode und bekommst direkt einen Festpreis angezeigt.^4 Das Prinzip wird auch genau so beschrieben: „In der App scannst du den Barcode deines Artikels – sofort siehst du den Festpreis.“^4
So habe ich’s genutzt
- Stapel Bücher neben mich, App auf, ISBN-Scan, Preis prüfen, in die Verkaufsbox – fertig.
Vorteile
- Sehr schnell, kaum Aufwand.
- Fester Ankaufspreis direkt nach dem Scan.^4
- Gut, wenn dir Zeit wichtiger ist als „maximaler Verkaufspreis“.
Nachteile
- Nicht jedes Buch wird angekauft (besonders bei sehr speziellen/alten Auflagen).
- Festpreis kann unter dem liegen, was du privat erzielen würdest.
2) rebuy (Verkaufen per Barcode-Scanner, auch ISBN-Eingabe)
rebuy funktioniert ähnlich: In der App gibt’s einen integrierten Barcode-Scanner, alternativ kannst du die ISBN eingeben.^5
So habe ich’s genutzt
- Ideal, wenn ich wissen will: „Was ist das Buch jetzt noch wert?“ – ohne Anzeigen schreiben.
Vorteile
- Barcode-Scan direkt in der App; ISBN-Eingabe als Backup.^5
- Transparenter Ablauf (scannen → Angebot → Versandbox).
Nachteile
- Ankauf nur, wenn das Buch im System gelistet ist.^6
- Wie bei allen Ankäufern: Maximalpreis ist nicht das Ziel – Bequemlichkeit schon.
3) Amazon Shopping (mit „Lens“/Kamera-Suche für schnelle Preischecks)
Für Preisgefühle („Ist 79 € normal?“) nutze ich gern die Kamera-Suche: Amazon setzt bei seiner Lens-Funktion auf visuelle Suche und erwähnt explizit Suche per Bild oder Barcode im Kontext neuerer Lens-Entwicklungen.^7
So habe ich’s genutzt
- ISBN/Barcode scannen, direkt sehen: neu, gebraucht, Marketplace-Angebote – als schneller Referenzpunkt.
Vorteile
- Sehr schneller Realitätscheck für Neupreise und gebrauchte Angebote.
- Riesige Auswahl, oft viele Zustände/Anbieter.
Nachteile
- Preise schwanken teils stark; du brauchst ein bisschen „Preisgefühl“.
- „Schnell kaufen“ ist verführerisch – wenn du sparen willst, hilft ein kurzer Gegencheck.
4) Google Lens (Barcode/ISBN scannen zum Identifizieren & Vergleichen)
Google Lens ist für mich die schnelle „Was ist das genau?“-Option, wenn die Buchdaten unklar sind (z. B. wenn nur ein Barcode sichtbar ist). Lens wird als Tool beschrieben, das auch Barcodes erkennen kann.^8
So habe ich’s genutzt
- Kamera draufhalten → Buch identifizieren → dann gezielt nach dieser ISBN/Auflage weiter suchen.
Vorteile
- Super, um ein Buch schnell eindeutig zu identifizieren (gerade unterwegs).
- Praktisch, wenn du nicht sicher bist, welche Ausgabe du vor dir hast.
Nachteile
- Kein „klassischer Lehrbuch-Marktplatz“ an sich: Du springst danach meist zu Shops/Anbietern.
- Trefferqualität hängt von Licht, Winkel und Barcode-Qualität ab.
5) Book Barcode Scanner (iOS) – ISBN scannen & direkt Quellen öffnen
Diese App ist für mich wie ein „Buch-Shortcut“: Sie scannt ISBN-Barcodes und zeigt das Buch anschließend in verschiedenen Quellen (z. B. Apple Books, teils weitere Quellen) an.^9
So habe ich’s genutzt
- Wenn ich vor allem schnell vom Scan zum richtigen Datensatz will (Titel/Autor/Ausgabe), ohne erst zu tippen.
Vorteile
- ISBN-Scan ist der Kern der App.^9
- Praktisch, um Scans zu speichern (z. B. Materialliste abarbeiten).
Nachteile
- iOS-lastig und eher ein „Finder“ als ein kompletter Gebrauchtkauf-Marktplatz.
- Je nach Quelle kann es sein, dass du fürs beste Angebot trotzdem nochmal vergleichst.
Was gerade im Trend ist (und warum das Scannen immer besser wird)
- Kamera- und KI-Suche wird normal: Shopping-Apps bauen visuelle Suche (inkl. Barcode) weiter aus.^7
- Second-Hand ist „Mainstream“: Ankauf-Apps machen den Wiederverkauf extrem niedrigschwellig (Scan → Preis → Versand).^^4
- Budgetdruck bleibt hoch: Wenn ein großer Teil der Studierenden finanziell eng steht,^1 werden kleine Routinen wie „erst scannen, dann kaufen“ einfach relevanter.
Kurzfazit
ISBN-Scannen ist keine „Spar-Hack-Magie“ – es ist ein schneller Faktencheck. Du vermeidest falsche Auflagen, findest gebrauchte Alternativen und siehst sofort, ob sich Verkaufen lohnt. Und genau diese paar Sekunden pro Buch summieren sich am Ende oft zu spürbar weniger Ausgaben.
Quellen (Referenzen)
- Statistisches Bundesamt (Destatis) via Studierendenwerk Aachen: „2021: 37,9 % der Studierenden waren armutsgefährdet“ – https://www.studierendenwerk-aachen.de/de/aktuelles/beitrag/id-379-der-studierenden-in-deutschland-waren-2021-armutsgefaehrdet.html
- Friedrich-Schiller-Universität Jena: „Finanzierung“ (Monatsausgaben inkl. Lernmittel; Hinweis auf 22. Sozialerhebung 2021) – https://www.uni-jena.de/540/finanzierung
- idealo Pressemitteilung (04.08.2025): „Über 20.000 Euro – So viel kostet ein Schulleben in Deutschland“ (u. a. Schulbücher ~360 € über das Schulleben) – https://www.idealo.de/unternehmen/pressemitteilungen/so-viel-kostet-ein-schulleben-in-deutschland
- momox: „So funktioniert’s“ (Barcode scannen → Festpreis) – https://www.momox.de/so-funktionierts/
- rebuy: „Wo kann man Bücher verkaufen? Der rebuy Bücher Scanner & mehr“ (App mit Barcode-Scanner, ISBN-Eingabe) – https://www.rebuy.de/tips-and-news/wo-kann-man-buecher-verkaufen-der-rebuy-buecher-scanner-und-mehr
- rebuy Hilfe: „Wie finde ich den Artikel, den ich verkaufen möchte?“ (EAN/ISBN, Scanner in App/mobiler Website) – https://rebuy.zendesk.com/hc/de-de/articles/22699535446930-Wie-finde-ich-den-Artikel-den-ich-verkaufen-m%C3%B6chte
- The Verge (2025): „Amazon's Lens Live AI shops for anything you can see“ (Lens, inkl. Suche per Bild/Barcode; Lens Live) – https://www.theverge.com/news/769585/amazon-lens-live-ai-real-time-shopping
- PhoneArena: „How to scan QR codes and barcodes on iPhone and Android“ (Google Lens + Barcodes) – https://www.phonearena.com/news/How-to-scan-QR-codes-barcodes-Google-Assistant-Lens-Android_id91329
- Apple App Store: „Book Barcode Scanner“ (scannt ISBN-Barcodes, findet Bücher in Quellen) – https://apps.apple.com/us/app/book-barcode-scanner/id813124189



