Kurz gesagt: Finanzguru Plus kann sich lohnen, wenn Du mehrere Budgets, eine Kontostandsprognose, die komplette Buchungshistorie oder einen Excel-Export brauchst und die Finanzguru-App sonst gut zu Dir passt. Für ein einfaches Haushaltsbuch mit Kategorien und Budgets musst Du aber nicht unbedingt zahlen. Laut Hersteller bietet finanzblick Budgets und eine unbegrenzte Historie kostenlos an. Die Einschränkung: Der Plus-Preis steht nicht für alle fest. Finanzguru testet regelmäßig unterschiedliche Preise, deshalb siehst Du in der App womöglich einen anderen Betrag als den regulären.

So funktioniert Finanzguru Plus

Finanzguru ist eine Multibanking-App des Frankfurter Anbieters dwins GmbH. Du verbindest Deine Bankkonten, und die App sortiert Deine Buchungen automatisch in Kategorien. Außerdem erkennt sie Verträge wie Handy, Strom oder Streaming. Die Grundversion bleibt laut Finanzguru-Website dauerhaft kostenlos. Plus ist ein optionales Zusatz-Abo, das Du direkt in der App abschließt.

Was die kostenlose Version kann (laut Finanzguru)

Laut der offiziellen Hilfeseite zu Finanzguru Plus bekommst Du gratis:

  • Konten verbinden
  • Grundlegende Analysen
  • Vertragserkennung mit Erinnerung an Kündigungsfristen
  • Kündigungsservice, laut Finanzguru „rechtssicher und kostenfrei“
  • Versicherungsservice
  • Buchungshistorie bis maximal 3 Monate zurück
  • Support nur „eingeschränkt“

Was nur Plus kann (laut Finanzguru)

  • Statistiken: Die App berechnet Dein „frei verfügbares Einkommen“.
  • Prognose: Aus Deinen Verträgen leitet sie künftige Buchungen und Kontostände ab.
  • Budgets: Du behältst Ausgaben im Blick oder legst Geld für unregelmäßige Kosten zurück.
  • Sammlungen: Du fasst Buchungen unabhängig von Zeitraum und Konto zusammen, etwa für einen Urlaub oder ein Renovierungsprojekt.
  • Erweiterte Analysen: Einnahmen und Ausgaben sowie Deine durchschnittlichen Monatsausgaben.
  • Komplette Buchungshistorie, soweit sie in der App gespeichert ist.
  • Excel-Export aller Buchungen aus allen verbundenen Konten.
  • Voller Support.

Für ein Haushaltsbuch heißt das: Die Gratis-Version zeigt Dir, wohin Dein Geld geht. Planen kannst Du aber kaum, und Monate oder Jahre vergleichen geht erst mit Plus. Damit Deine Auswertungen stimmen, musst Du Buchungen richtig zuordnen. Wie Du Umbuchungen zwischen eigenen Konten von echten Ausgaben trennst und wie Du Rückerstattungen in Finanzguru richtig buchst, haben wir separat erklärt.

Was kostet Finanzguru Plus? (Deutschland, Stand 30.10.2026)

  • Regulärer Preis: Sowohl die Finanzguru-Website als auch die Hilfeseite nennen 0,99 € pro Woche. Laut Website ist das Abo „unverbindlich und jederzeit kündbar“.
  • Hochgerechnet aufs Jahr (eigene Rechnung): 0,99 € × 52 Wochen = 51,48 €, also rund 4,29 € im Monat.
  • Preistests: Finanzguru testet nach eigener Aussage regelmäßig andere Preise. Bist Du während eines Tests eingestiegen, kann Dein Preis abweichen. Finanzguru kann ihn laut Hilfeseite nicht von Hand anpassen. Der reguläre Preis wäre nur erreichbar, indem Du kündigst, Dein Konto löschst und Dich neu registrierst.
  • App-Store-Listing: Im deutschen App Store stehen mehrere In-App-Käufe namens „Plus“, unter anderem für 0,99 €, 2,99 €, 3,99 €, 29,99 € und 35,99 €. Zu welchem Zeitraum welcher Betrag gehört, steht dort nicht.
  • Kostenlose Testphase: In der offiziellen Hilfe nicht öffentlich dokumentiert.

Kündigung und Vertragsbedingungen

  • Abgerechnet wird über Apple oder Google, deshalb kündigst Du auch im jeweiligen Store. Finanzguru kann das laut Kündigungsartikel nicht für Dich übernehmen.
  • Laut AGB, Ziffer 9.3 verlängert sich das Abo automatisch um den gewählten Zeitraum, höchstens um ein Jahr. Das gilt, wenn Du nicht spätestens 24 Stunden vor Ablauf kündigst.
  • Bei bestehenden Abos darf dwins den Preis zum Beginn einer neuen Laufzeit erhöhen. Du wirst vorher informiert und kannst widersprechen, verlierst dann aber die Plus-Funktionen (AGB, Ziffer 9.2). Wenn Dich solche Erhöhungen öfter überraschen, helfen Reminder-Apps gegen Abo-Preiserhöhungen.

Datenschutz: Was das App-Store-Label zeigt

Im deutschen App Store gibt dwins an, dass bestimmte Daten mit Deiner Identität verknüpft werden. Dazu gehören Zahlungs-, Kredit- und andere Finanzinformationen, Deine E-Mail-Adresse und Geräte-IDs, unter anderem für Werbung und Marketing des Entwicklers. Kennungen und Nutzungsdaten werden laut Label auch fürs Tracking genutzt. Apple weist darauf hin, dass es diese Angaben nicht überprüft hat. Ob Plus daran etwas ändert, ist nicht öffentlich dokumentiert.

Welche Alternativen helfen beim Haushaltsbuch?

Hier stehen nur Optionen, die in Deutschland verfügbar sind und die Kernaufgabe abdecken: Ausgaben automatisch oder von Hand erfassen, kategorisieren und budgetieren.

finanzblick (Buhl Data Service)

Laut Buhl ist finanzblick „dauerhaft kostenlos“, ohne versteckte Gebühren oder In-App-Käufe. Die App läuft auf iOS, Android und im Browser. Der Hersteller nennt automatische Kategorisierung, eigene Budgets mit Warnhinweis, Auswertungen und einen „unbegrenzten Überblick auf alte Buchungen“. Die Server stehen nach Herstellerangabe in Deutschland. Einen allgemeinen CSV- oder Excel-Export erwähnt die Produktseite nicht, nur die Übertragung an WISO Steuer.

Outbank

Laut Outbank-Preisseite kostet der Tarif für Privatpersonen 3,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr. Eine dauerhaft kostenlose Stufe wird nicht genannt, wohl aber eine 14-tägige Testphase. Outbank läuft auf iPhone, iPad, Mac und Android, und ein Abo gilt für alle Geräte. Über die Apple-Familienfreigabe kannst Du es mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen, allerdings nur auf der Plattform, auf der Du es gekauft hast. Du bekommst eigene Kategorien und Regeln, Vertragsverwaltung und einen Export. Budgets nennt die Seite nicht ausdrücklich.

MoneyMoney (nur Mac)

MoneyMoney kostet einmalig 79,99 € inklusive Mehrwertsteuer und läuft nur auf macOS. Eine iPhone- oder Android-App gibt es nicht. Laut Hersteller kannst Du Buchungen auf mehrere Kategorien aufteilen und Budgets pro Kategorie anlegen. Exportieren kannst Du unter anderem nach Excel, Numbers und CSV. Die Daten liegen verschlüsselt auf Deinem Mac, und eine kostenlose Testversion gibt es auch. Ob spätere große Versionen wieder Geld kosten, ist nicht öffentlich dokumentiert. Ob und wie Finanzguru selbst gemischte Einkäufe aufteilt, haben wir in Ein Einkauf, mehrere Kategorien: Kann Finanzguru das? zusammengefasst.

Manuelles Haushaltsbuch

Die Verbraucherzentrale (Stand 06.08.2026) erklärt Schritt für Schritt, wie Du ein Haushaltsbuch führst. Erst kommen feste Einnahmen und Fixkosten, dann ein variables Budget, zum Beispiel durch vier geteilt als Wochenlimit. Belege sammelst Du und trägst sie einmal pro Woche ein. Kostenlose Excel-Vorlagen gibt es etwa bei Finanztip. Der Vorteil: Du gibst keine Bankdaten weiter, und Bargeld erfasst Du sowieso von Hand. Dafür kostet es Dich mehr Zeit.

Preis-Funktions-Matrix (Deutschland, Stand 30.10.2026)

Finanzguru (gratis) Finanzguru Plus finanzblick Outbank MoneyMoney Excel-Vorlage
Kosten 12 Monate 0 € 51,48 € (regulär, ohne Preistests) 0 € 39,99 € (Jahresabo) / 47,88 € (monatlich) 79,99 € einmalig 0 €
Kosten 36 Monate 0 € 154,44 € 0 € 119,97 € (Jahresabo) 79,99 € (ohne mögliche Upgrade-Kosten) 0 €
Plattformen iOS, Android iOS, Android iOS, Android, Browser iOS, iPadOS, macOS, Android nur macOS jedes Gerät mit Tabellenkalkulation
Automatischer Kontoabruf ja ja ja ja ja nein
Budgets nein ja ja nicht ausdrücklich dokumentiert ja selbst gebaut
Historie max. 3 Monate komplett (in der App gespeichert) unbegrenzt Import alter Daten möglich lokal, unbegrenzt unbegrenzt
Excel-/CSV-Export nein ja (Excel) nicht öffentlich dokumentiert (nur WISO-Übertragung) ja (einfacher Export) ja entfällt
Vertragserkennung ja ja nicht öffentlich dokumentiert Vertragsverwaltung nicht öffentlich dokumentiert nein
Testphase entfällt nicht öffentlich dokumentiert entfällt 14 Tage Testversion entfällt

Hinweis: Die Summen für Finanzguru Plus beruhen auf 0,99 € pro Woche und 52 Wochen pro Jahr. Wegen der Preistests kann Dein tatsächlicher Preis abweichen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Finanzguru (gratis)

  • Pro: Kostenlos, automatische Kategorisierung, Vertragserkennung und Kündigungsservice
  • Contra: Keine Budgets, nur 3 Monate Historie, eingeschränkter Support, umfangreiche Datennutzung laut App-Store-Label

Finanzguru Plus

  • Pro: Budgets, Kontostandsprognose, frei verfügbares Einkommen, Sammlungen, komplette Historie, Excel-Export. Weil wöchentlich abgerechnet wird, kannst Du Plus auch nur kurz nutzen.
  • Contra: Im Jahresvergleich die teuerste Abo-Option in dieser Übersicht, der Preis kann durch Preistests abweichen, und ein Teil der Funktionen gibt es bei finanzblick laut Hersteller gratis

finanzblick

  • Pro: Laut Buhl dauerhaft kostenlos, Budgets und unbegrenzte Historie, auch im Browser nutzbar
  • Contra: Ein allgemeiner Datei-Export ist auf der Produktseite nicht dokumentiert, Vertragserkennung und Prognosefunktionen werden dort nicht genannt

Outbank

  • Pro: Läuft auf allen großen Plattformen, Familienfreigabe auf Apple-Geräten, Jahresabo günstiger als Finanzguru Plus regulär
  • Contra: Keine dokumentierte Gratis-Stufe, Budgets nicht ausdrücklich genannt

MoneyMoney

  • Pro: Einmalkauf statt Abo, aufteilbare Buchungen, viele Exportformate, Daten bleiben lokal
  • Contra: Nur für den Mac, keine App fürs Smartphone, hoher Einstiegspreis

Excel-Vorlage / manuell

  • Pro: Kostenlos, keine Bankdaten bei Dritten, voll anpassbar
  • Contra: Zeitaufwand, Fehler beim Eintragen möglich, keine automatischen Kontoumsätze

Rechenbeispiel: Wann rechnet sich Plus? (hypothetisch)

Annahmen: Eine vierköpfige Familie zahlt den regulären Plus-Preis von 0,99 € pro Woche, im Jahr also 51,48 €. Mit Budgets fällt ihr auf, dass sie im Monat etwa 80 € für Lieferdienste und spontane Snacks ausgibt. Sie nimmt sich vor, das auf 60 € zu senken, und spart also 20 € pro Monat.

  • Ersparnis brutto: 20 € × 12 = 240 €
  • Minus Plus-Kosten: 240 € − 51,48 € = 188,52 € netto
  • Break-even: 51,48 € ÷ 12 ≈ 4,29 € pro Monat. Ab dieser Ersparnis pro Monat hat sich das Abo bezahlt gemacht.

Der Vergleich ist wichtig: Schafft die Familie dasselbe mit den kostenlosen Budgets von finanzblick oder einer Excel-Tabelle, spart sie die vollen 240 €. Plus bringt dann gegenüber diesen Alternativen 51,48 € weniger. Die Ersparnis entsteht durch Dein Verhalten, nicht durch das Abo. Sie ist deshalb nicht garantiert.

Variante Kurzzeit-Nutzung (hypothetisch): Du willst einmal im Jahr die komplette Historie auswerten und als Excel-Datei sichern. Wenn Du Plus dafür vier Wochen buchst und rechtzeitig kündigst, zahlst Du 4 × 0,99 € = 3,96 €, vorausgesetzt Du bekommst den regulären Preis angezeigt. Möglich wird das, weil wöchentlich abgerechnet wird. Die Kündigungsfrist von 24 Stunden vor Ablauf der Laufzeit laut AGB musst Du dabei einhalten.

Für wen lohnt sich welche Option?

Analyse und Empfehlung (keine Herstellerangaben):

  • Finanzguru Plus passt, wenn Du Finanzguru schon nutzt, Vertragsübersicht und Kündigungsservice schätzt und zusätzlich Prognose, frei verfügbares Einkommen oder Sammlungen etwa für Urlaube willst. Auch wer seine Daten regelmäßig als Excel-Datei sichern möchte, ist hier richtig.
  • Finanzguru Plus passt nicht, wenn Du nur ein Budget pro Kategorie und eine lange Historie brauchst. Laut Hersteller bekommst Du das bei finanzblick kostenlos. Auch wer beim Datenschutz zurückhaltend sein will, sollte sich das App-Store-Label vorher genau ansehen.
  • finanzblick eignet sich für Sparfüchse, die automatische Kontoumsätze plus Budgets ohne Abo wollen.
  • Outbank eignet sich für Haushalte mit gemischten Geräten oder Apple-Familien, die ein Abo teilen wollen.
  • MoneyMoney eignet sich für Mac-Nutzer, die lieber einmal zahlen und gemischte Einkäufe aufteilen wollen. Fürs Smartphone ist es nichts.
  • Die Excel-Vorlage eignet sich, wenn Du viel bar zahlst, keine Bankdaten weitergeben willst oder einfach erst mal ausprobieren möchtest, ob Du dranbleibst.

Ob Du Abos generell zu schnell abschließt, kannst Du auch mit Tools prüfen, die ungenutzte Abos aufspüren und kündigen.

So haben wir verglichen

  • Recherchedatum: 30.10.2026
  • Markt: Deutschland (deutscher App Store, deutsche Herstellerseiten)
  • Kriterien: Gesamtkosten über 12 und 36 Monate, Plattformen, Budgets, Historie, Export, Vertragserkennung, Testphase, Datenschutzangaben
  • Quellenbasis: Herstellerseiten, offizielle Hilfe-Center, AGB und das App-Store-Listing, für das manuelle Haushaltsbuch die Verbraucherzentrale
  • Kein Praxistest: Wir haben die Apps nicht selbst ausprobiert. Alle Funktionsangaben stammen aus den Quellen des jeweiligen Herstellers.
  • Nicht berücksichtigt: Banking-Apps einzelner Banken mit eingebauten Finanzplanern, weil sie an das jeweilige Konto gebunden sind. Ebenfalls außen vor bleiben zeitlich begrenzte Gutschein- und Gratis-Aktionen, deren Bedingungen nur auf Drittseiten stehen.

Fazit

Finanzguru Plus kostet regulär 0,99 € pro Woche, im Jahr also rund 51,48 €. Dafür bekommst Du Budgets, Prognosen, die komplette Historie und einen Excel-Export. Fürs Haushaltsbuch lohnt sich das Abo vor allem, wenn Du die Finanzguru-eigenen Extras wie Prognose, frei verfügbares Einkommen und Sammlungen wirklich nutzt. Rechnerisch reicht schon eine Ersparnis von gut 4 € im Monat. Brauchst Du dagegen nur Kategorien und Budgets, kommst Du laut Herstellerangaben mit finanzblick oder einer Excel-Vorlage ohne Abo genauso weit. Behalte außerdem die Preistests im Blick: Entscheidend ist der Preis, den Dir die App beim Abschluss anzeigt.

Quellen