In Deutschland lagen die privaten Konsumausgaben 2022 im Schnitt bei 2.846 Euro pro Haushalt und Monat. Bei Paarhaushalten mit Kindern waren es sogar 4.029 Euro (Statistik Nord, bpb). Genau deshalb lohnt sich bei selten genutzten Dingen ein genauer Blick auf Leih-Apps. Das Umweltbundesamt bringt es knapp auf den Punkt: „Häufig ist es einfacher, günstiger und ökologischer, Gegenstände, die nur selten verwendet werden, zu leihen oder zu mieten, anstatt zu kaufen.“ (Umweltbundesamt)

So funktioniert Sparen mit Borrowing-Apps

Die Idee ist simpel: Statt etwas sofort zu kaufen, suchst du in einer App nach einem passenden Angebot in deiner Nähe oder für einen begrenzten Zeitraum. Das kann kostenloses Ausleihen in der Nachbarschaft sein, eine bezahlte Miete für Technik oder der digitale Zugriff auf Bücher und Hörbücher über deine Bibliothek.

Besonders gut funktioniert das bei typischen Einmalkäufen wie:

  • Werkzeug für eine einmalige Reparatur
  • Technik für Urlaub, Studium oder ein Projekt
  • Auto oder Transporter für einen einzelnen Termin
  • Bücher, Magazine oder Hörbücher, die du nur einmal nutzt

Die Faustregel ist einfach: Wenn du etwas selten brauchst, schlecht lagern kannst oder schnell wieder veraltet, ist Leihen oft die bessere Rechnung.

Warum das Thema gerade jetzt größer wird

Der Trend ist längst nicht mehr nischig. Carsharing-Fahrzeuge waren Anfang 2025 in Deutschland bereits 45.400-mal verfügbar, verteilt auf 1.393 Gemeinden (Bundesverband CarSharing). Gleichzeitig modernisieren Bibliotheken ihre digitalen Angebote: Onleihe 3 wird seit 2026 in vielen Verbünden ausgerollt und bringt Funktionen wie Leihfrist-Verlängerung, vorzeitige Rückgabe und Synchronisation zwischen Geräten (Frankfurt.de, Bücherhallen Hamburg). Auch lokale Sharing-Netzwerke wachsen: nebenan.de meldete 2025 3,5 Millionen aktive Nutzer:innen (nebenan.de Presse).

1. nebenan.de

Wenn du spontan eine Bohrmaschine, Leiter, Backform oder einen Kinderreisebuggy brauchst, ist nebenan.de oft die schnellste Lösung. Die Plattform ist auf echte Nachbarschaften ausgelegt, Nutzer:innen werden per Adresse verifiziert, und genau das macht die Hürde fürs Fragen deutlich kleiner (nebenan.de Nachbarschaftshilfe, nebenan.de Presse).

Aus Alltagssicht ist das die App für Dinge, die man heute oder morgen braucht und nicht extra kaufen will. Gerade bei Familien funktioniert das erstaunlich gut: Kinderkram, Partyzubehör, Werkzeug und kleine Haushaltshelfer stehen oft schon ein paar Straßen weiter.

  • Plus: Sehr lokal, meist schnell, oft kostenlos.
  • Plus: Verifizierte Nachbarschaften schaffen mehr Vertrauen.
  • Minus: Funktioniert nur gut, wenn deine Nachbarschaft aktiv ist.
  • Minus: Übergabe und Rückgabe musst du selbst organisieren.

2. Shapp

Shapp ist näher an einer klassischen Sharing-App für Alltagsgegenstände. Laut Anbieter kannst du dort Dinge aus Kategorien wie Werkzeuge, Gartengeräte, Elektronik, Haushaltsgeräte, Partybedarf, Transporthilfen und Sportartikel mieten oder selbst anbieten (Shapp).

Praktisch ist Shapp vor allem dann, wenn du einen Gegenstand nicht gratis leihen kannst, aber trotzdem keinen Vollpreis zahlen willst. Für eine Teppichreinigungsmaschine, einen Beamer oder ein Partyzelt ist das oft sinnvoller als ein Neukauf. Interessant ist auch, dass Shapp Sicherheitsfunktionen und einen Versicherungspartner nennt (Shapp FAQ).

  • Plus: Breite Kategorien für typische Einmalkäufe.
  • Plus: Klar auf „teilen statt kaufen“ ausgerichtet.
  • Minus: Angebot hängt stark von deiner Region ab.
  • Minus: Bei Schäden läuft es laut FAQ über Haftpflicht und individuelle Absprachen, also nicht völlig reibungsfrei.

3. Grover

Bei Grover geht es weniger um Nachbarschaft und mehr um Technik auf Zeit. Das Modell ist simpel: Gerät auswählen, mieten, nutzen, danach weitermieten, zurückgeben, tauschen oder kaufen. Über Partner wie MediaMarkt und Saturn sind in Deutschland und Österreich mehr als 2.000 Produkte verfügbar (Grover, Grover Help Center).

Für Einmalkäufe ist Grover besonders stark bei Dingen wie Kamera, Tablet, Spielekonsole, Laptop oder VR-Brille. Wenn du Technik nur für eine Reise, ein Semester, ein Event oder ein Testprojekt brauchst, fühlt sich das deutlich vernünftiger an als ein Sofortkauf. Dazu kommt: Laut MediaMarkt-Partnerseite deckt Grover Care bis zu 80 Prozent der Reparaturkosten ab (MediaMarkt).

  • Plus: Sehr gut für teure Technik mit kurzer Nutzungsdauer.
  • Plus: Flexible Optionen nach der Mindestmietdauer.
  • Minus: Bei langer Mietdauer kippt der Preisvorteil schnell.
  • Minus: Für günstige Technik lohnt sich Kaufen oft eher.

4. Onleihe

Die Onleihe ist die leise Spar-App in dieser Liste, aber für viele Haushalte wahrscheinlich die effektivste. Mit einem Bibliotheksausweis kannst du E-Books, eAudios, ePaper und Magazine digital ausleihen. Die App unterstützt laut App-Store-Eintrag über 2.900 Bibliotheken (Apple App Store).

Im Alltag ist das ideal für alles, was du einmal liest oder hörst und danach nicht besitzen musst: Romane, Kinderbücher, Magazine, Reiseführer, Hörbücher. Ein echter Vorteil: Die Rückgabe läuft automatisch, Mahngebühren gibt es bei digitalen Leihen nicht (Stadtbücherei Hofheim). 2026 kommt mit Onleihe 3 zusätzlich Bewegung hinein, etwa mit Leihfrist-Verlängerung, vorzeitiger Rückgabe und geräteübergreifender Synchronisation (Frankfurt.de, Bücherhallen Hamburg).

  • Plus: Sehr günstig im Verhältnis zum Nutzen.
  • Plus: Perfekt für Familien mit hohem Buch- und Hörbuchverbrauch.
  • Minus: Beliebte Titel können vorgemerkt werden müssen.
  • Minus: Kindle ist laut mehreren Bibliotheksseiten nicht kompatibel.

5. Getaround

Wenn dein Einmalkauf eigentlich ein Auto für einen Anlass wäre, ist Getaround spannender als es auf den ersten Blick klingt. Statt selbst ein Auto zu besitzen, buchst du eines in deiner Nähe stunden- oder tageweise. Laut Getaround kannst du Autos 24/7 mit der App öffnen, die Anmietung ist in Deutschland versichert, und die Plattform vermittelt Fahrzeuge von privaten und professionellen Vermietern (Getaround Deutschland, Getaround App).

Für finanzbewusste Haushalte ist das vor allem dann sinnvoll, wenn das eigene Auto die meiste Zeit nur herumsteht oder du gar keines brauchst. Wochenendtrip, IKEA-Fahrt, Familienbesuch oder Kindergeburtstag mit viel Gepäck: Genau dafür ist so ein Modell stark.

  • Plus: Spart die Fixkosten eines eigenen Autos bei seltener Nutzung.
  • Plus: App-Öffnung und Last-Minute-Buchung sind praktisch.
  • Minus: Preis und Verfügbarkeit schwanken je nach Ort und Zeitpunkt.
  • Minus: Für tägliche Nutzung ist klassischer Besitz oder Abo oft sinnvoller.

Welche App passt zu welchem Einmalkauf?

Wenn du es möglichst einfach halten willst, kannst du dich daran orientieren:

  • nebenan.de: Für spontane Leihen im Viertel
  • Shapp: Für Alltagsgegenstände, die du gegen kleines Geld mieten willst
  • Grover: Für Technik auf Zeit
  • Onleihe: Für Bücher, Hörbücher, Magazine und Lernmedien
  • Getaround: Für gelegentliche Autofahrten statt Autobesitz

Kurz gesagt

Borrowing-Apps sind kein Spartipp aus der Theorie mehr, sondern eine ziemlich praktische Antwort auf teure Einmalkäufe. Wenn du Dinge nicht besitzen musst, sondern nur nutzen willst, sparst du oft Geld, Platz und Fehlkäufe. Gerade bei Werkzeug, Technik, Medien und Mobilität ist leihen statt kaufen inzwischen oft die vernünftigere Entscheidung.

Quellen