Wenn der Einkauf nicht an die Haustür muss, wird er oft günstiger
Beim Lebensmitteleinkauf zählt für viele in Deutschland vor allem der Preis: Laut PwC achten 61 Prozent der Menschen beim Einkauf in erster Linie auf den Preis, 59 Prozent setzen auf Coupons und Sonderangebote (PwC, 16.06.2025). Gleichzeitig nutzen Apps längst nicht mehr nur Schnäppchenfans: 67 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer verwenden inzwischen mindestens eine App von Lebensmittelhändlern, und im Schnitt sind es sogar vier Apps (Bitkom, 16.01.2026).
Genau hier wird das Thema spannend: Wenn du statt Lieferung auf Abholung per App setzt, sparst du oft die Lieferkosten, behältst dein Budget besser im Blick und kaufst meist geplanter ein. In der Praxis funktioniert das als Mischung aus Click & Collect, Express-Abholung und rabattierter Filial-Abholung.
„Preisbewusstsein und der Wunsch, sich gesund und klimafreundlich zu ernähren, schließen sich nicht aus“ (PwC).
So funktioniert das Modell „Liefergebühren sparen mit Pickup-Apps“
Die Idee ist simpel: Du stellst deinen Einkauf in einer App zusammen, reservierst oder bezahlst direkt und holst alles später selbst ab. Dadurch fallen klassische Liefergebühren oft ganz weg oder werden stark reduziert.
Warum das finanziell oft sinnvoll ist:
- Du siehst den Warenkorb vor dem Bezahlen und kaufst meist bewusster.
- Du vermeidest spontane Zusatzkäufe im Laden.
- Du kombinierst Abholung oft mit App-Coupons, Wochenangeboten oder Bonusprogrammen.
- Du sparst Liefergebühren, Mindestbestellzuschläge oder Servicekosten.
Der Trend passt zur Marktentwicklung: Laut McKinsey stieg der Online-Umsatz im deutschen Lebensmitteleinzelhandel 2024 um 8,2 Prozent, während Eigenmarken weiter zulegten und inzwischen auf 36,2 Prozent Marktanteil kommen (McKinsey, 08.04.2025). Übersetzt in den Alltag heißt das: digital planen, günstiger einkaufen, bewusster auswählen.
1. REWE App mit Abholservice
Die REWE App ist für mich die naheliegendste Lösung, wenn es wirklich um den kompletten Wocheneinkauf geht. Du stellst deinen Einkauf in der App zusammen, wählst ein Zeitfenster und holst alles fertig gepackt im Markt ab. REWE schreibt, dass der Einkauf oft schon nach wenigen Stunden abholbereit ist und es über 2.000 REWE Märkte mit Abholmöglichkeit gibt (REWE Abholservice).
Praktisch ist vor allem die Gebührenlogik: Ab 70 Euro Warenkorb entfällt die Servicegebühr, Neukundinnen und Neukunden zahlen laut REWE zunächst ebenfalls nichts; danach werden meist 2 Euro Servicegebühr fällig (REWE Abholservice). Zusätzlich lässt sich die App mit REWE Bonus und aktuellen Marktangeboten kombinieren (REWE App).
Vorteile
- Sehr gut für den kompletten Wocheneinkauf
- Liefergebühr komplett vermeidbar
- Gute Kombination aus Abholung, Angeboten und Bonusprogramm
- Viele Standorte in Deutschland
Nachteile
- Nicht jeder Markt bietet identische Zeitfenster
- Unterhalb der Freigrenze kann eine Servicegebühr anfallen
- Frischeauswahl bleibt etwas weniger spontan als im Laden
2. dm-App mit Express-Abholung
Streng genommen ist dm kein Supermarkt. Für viele Haushalte gehört Drogerie trotzdem fest zum Lebensmittelbudget: Waschmittel, Windeln, Snacks, Getränke, Pflegeprodukte, Babyartikel. Genau deshalb ist die dm-App als Sparlösung überraschend stark.
Die Express-Abholung ist laut dm ab 2 Stunden möglich, wenn du in der App oder auf dm.de bestellst (dm Express-Abholung). Für registrierte Kundinnen und Kunden mit dm-Konto ist der Service kostenfrei; Gastbestellungen kosten 2,95 Euro (dm Express-Abholung).
Im Alltag gefällt mir daran vor allem: Du kaufst gezielt das, was sowieso gebraucht wird, ohne „ich nehme noch schnell was mit“-Effekt. Gerade bei Drogerieartikeln spart das oft mehr als jede Lieferung.
Vorteile
- Kostenfreie Abholung mit dm-Konto
- Sehr schnell verfügbar
- Gut für Haushalts- und Vorratskäufe
- App zeigt Verfügbarkeit im gewählten Markt
Nachteile
- Kein vollwertiger Supermarkteinkauf
- Online- und Marktpreise können laut dm regional abweichen
- Frische-Lebensmittel spielen nur eine Nebenrolle
3. GLOBUS App für Vorbestellung und Markt-Abholung
Die GLOBUS App ist etwas weniger flashy, aber im Alltag ziemlich nützlich, wenn du gerne planst. Laut GLOBUS kannst du mit der App Angebote prüfen, Produkte suchen, Preise sehen, Einkaufslisten bauen und verschiedene Vorbestellservices nutzen (GLOBUS App).
Interessant ist, dass GLOBUS auf mehreren Produktseiten ausdrücklich darauf hinweist, dass Artikel in der App bestellt und im Markt abgeholt werden können, etwa bei Kräutertee, Brot oder anderen Lebensmitteln (Beispiel Kräutertee, Beispiel Brot). Für Familien oder größere Haushalte ist das praktisch, wenn du Frischetheke, Aktionsware oder bestimmte Lieblingsprodukte gezielt sichern willst.
Vorteile
- Gute App für Planung, Angebote und Produktsuche
- Sinnvoll bei Vorbestellungen und Markt-spezifischen Einkäufen
- Digitale Kundenkarte, Coupons und Kassenbon in einer App
- Hilfreich, wenn du Verfügbarkeit vorab prüfen willst
Nachteile
- Nicht so einheitlich und bequem wie ein klassischer Vollsortiment-Abholservice
- Je nach Markt unterschiedlich praktisch
- Für spontane Großeinkäufe etwas weniger streamlined
4. Too Good To Go als Abhol-App gegen hohe Einkaufskosten
Too Good To Go ersetzt keinen kompletten Wocheneinkauf, aber die App ist eine der besten Antworten auf die Frage: Wie drücke ich meine Lebensmittelkosten ohne Liefergebühr? Das Prinzip ist bekannt: Du reservierst in der App überschüssige Lebensmittel und holst sie in einem Zeitfenster vor Ort ab.
Das passt auch zu einem echten Problem: In Deutschland wurden laut Bundesministerium 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entsorgt (BMLEH). Too Good To Go verweist außerdem darauf, dass jede Person in Deutschland pro Jahr Lebensmittel im Wert von 372,50 Euro wegwirft (Too Good To Go, 2025).
Für den Alltag heißt das: Wenn du flexibel bist, kannst du Backwaren, Obst, Gemüse oder gemischte Überraschungstüten oft sehr günstig abholen. Kaufland beschreibt das Modell so, dass Kundinnen und Kunden direkt in der App bestellen und bezahlen und die Ware anschließend im gewählten Zeitfenster in der Filiale abholen (Kaufland/Too Good To Go).
Vorteile
- Sehr hohes Sparpotenzial
- Keine Liefergebühr
- Gut gegen Lebensmittelverschwendung
- Ideal für flexible Haushalte
Nachteile
- Inhalt ist oft eine Überraschung
- Nicht planbar für den kompletten Wocheneinkauf
- Qualität und Menge schwanken je nach Partner
5. Wolt Market mit Selbstabholung
Wolt kennen viele eher als Liefer-App. Spannend wird es beim Sparen aber durch Selbstabholung. In Deutschland baut Wolt sein Lebensmittelangebot weiter aus; beim Start von Wolt Market in Köln nannte Wolt über 5.000 Artikel, Vorbestellung und ausdrücklich auch Abholung vor Ort (Wolt, 16.05.2025).
Besonders relevant für Sparfüchse: Wolt schreibt, dass Nutzerinnen und Nutzer mit Wolt+ unter anderem 10 Prozent bei Selbstabholung erhalten können, zusätzlich zu Vorteilen bei Supermärkten und reduzierten Servicegebühren (Wolt, 16.05.2025).
Im Alltag ist Wolt dann interessant, wenn du in einer größeren Stadt wohnst und eher kleinere, gezielte Einkäufe machst statt den klassischen Familien-Wocheneinkauf.
Vorteile
- Selbstabholung statt Lieferung möglich
- In einzelnen Städten gute Sortimentsbreite
- Teilweise zusätzlicher Rabatt bei Pickup
- Praktisch für kleine, schnelle Einkäufe
Nachteile
- Stark vom Wohnort abhängig
- Für große Familien-Wocheneinkäufe nicht immer die beste Wahl
- Preisniveau kann je nach Partner höher ausfallen als im klassischen Supermarkt
Welche App passt zu welchem Einkaufsstil?
Wenn du möglichst wenig testen willst, ist REWE die rundeste Lösung für den vollen Lebensmitteleinkauf. dm ist stark für planbare Haushalts- und Drogeriekäufe. GLOBUS lohnt sich, wenn du marktbezogen einkaufst und Verfügbarkeit prüfen willst. Too Good To Go ist ideal zum echten Sparen, wenn du flexibel bist. Wolt ist eher die urbane Lösung für kleinere Einkäufe mit Pickup-Option.
Kurz gesagt:
- Für den Wocheneinkauf: REWE
- Für Haushalt und Drogerie: dm
- Für Marktplanung und Vorbestellung: GLOBUS
- Für maximale Preisreduktion: Too Good To Go
- Für Stadtleben und flexible Abholung: Wolt
Was sich gerade verändert
Der Markt bewegt sich klar in Richtung hybrider Einkauf: nicht nur liefern lassen, sondern digital auswählen und selbst abholen. Das passt auch dazu, dass laut Bitkom vor allem Rabatte, digitale Kundenkarten und Treueprogramme bei Lebensmittel-Apps beliebt sind (Bitkom). Gleichzeitig zeigt McKinsey, dass Eigenmarken und preisorientiertes Einkaufen weiter zulegen (McKinsey).
Für dich bedeutet das vor allem eins: Pickup-Apps sind längst kein Nischentrick mehr. Sie werden gerade zur normalen Sparstrategie zwischen Supermarkt, Drogerie und Restebox.
Fazit
Liefergebühren lassen sich beim Einkauf oft einfacher sparen, als es zuerst klingt. Wenn du bereit bist, den letzten Schritt selbst zu übernehmen und deine Bestellung abzuholen, kombinierst du digitale Planung mit echten Preisvorteilen. Besonders stark funktioniert das bei REWE, dm und Too Good To Go, je nachdem, ob du planbar, schnell oder maximal günstig einkaufen willst.
Quellen
- PwC: Deutsche wollen beim Lebensmittelkauf sparen (16.06.2025)
- Bitkom: Zwei Drittel nutzen Apps beim Lebensmitteleinkauf (16.01.2026)
- McKinsey: State of Grocery 2025, Deutschland-Pressemitteilung (08.04.2025)
- REWE: Der REWE Abholservice
- REWE: Die REWE App
- dm: Express-Abholung
- GLOBUS: Die GLOBUS App
- GLOBUS: Beispielseite Kräutertee mit Bestellen-und-Abholen-Hinweis
- Too Good To Go: Jede*r Deutsche wirft im Schnitt Lebensmittel im Wert von 372,50 Euro pro Jahr weg
- Kaufland: Too Good To Go in Filialen mit Abholung
- BMLEH: Lebensmittelverschwendung in Deutschland
- Wolt: Wolt Market Köln mit Abholung und Selbstabhol-Rabatt



