Ja, mit Zeitplänen in der ViCare-App kannst Du Deine Warmwasserbereitung bedarfsgerechter einstellen und dadurch möglicherweise Warmwasserkosten senken. Die wichtigste Einschränkung: Deine Viessmann-Anlage muss die Funktion unterstützen, und der Zeitplan muss die hygienischen Anforderungen erfüllen. Viessmann dokumentiert Schaltzeiten für Warmwasser, weist aber ausdrücklich auf Unterschiede zwischen Gerätetypen hin. Eine bestimmte Ersparnis lässt sich daraus nicht ableiten. (Viessmann: ViCare-Funktionen)
Wie funktioniert ein Warmwasser-Zeitplan?
Ein Zeitprogramm legt fest, wann die Anlage Warmwasser bereiten soll. Bei einer Anlage mit Warmwasserspeicher betrifft das insbesondere dessen Aufheizung. Es bedeutet nicht, dass außerhalb der eingestellten Zeiten sofort kaltes Wasser aus dem Hahn kommt: Bereits gespeichertes warmes Wasser kann weiterhin vorhanden sein.
Wie die Regelung zwischen den Zeitphasen arbeitet, ist geräteabhängig. Eine Viessmann-Bedienungsanleitung beschreibt beispielsweise, dass der Speicher außerhalb der Zeitphasen nicht aufgeheizt wird, während der Frostschutz aktiv bleibt. Sie weist auch auf die notwendige Aufheizzeit hin. Diese Beschreibung ist ein Gerätebeispiel, keine Zusage für jede ViCare-kompatible Heizung. (Viessmann: Bedienungsanleitung, Abschnitt Warmwasser-Zeitprogramme)
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Einstellungen:
- Warmwasserbereitung: Wann wird das Wasser erwärmt?
- Zirkulation: Wann läuft eine vorhandene Pumpe, die warmes Wasser durch die Zirkulationsleitung bewegt?
Viessmann beschreibt Zeitprogramme für beide Aufgaben; die verfügbaren Einstellungen hängen von der Regelung ab. (Viessmann: Zeitprogramme einstellen)
Unsere Einordnung: Kürzere Freigabezeiten sind nicht automatisch gleichbedeutend mit proportional weniger Energieverbrauch. Entscheidend ist, ob dadurch tatsächlich vermeidbare Verluste sinken. Die Energie für Dein verbrauchtes Duschwasser wird weiterhin benötigt.
Welche Voraussetzungen brauchst Du in Deutschland?
ViCare wird für Deutschland für iOS und Android angeboten. Die deutsche Herstellerseite verlinkt beide Stores; im deutschen Apple App Store ist die App kostenlos mit In-App-Käufen gelistet. (Viessmann: Installation und Download, Apple App Store Deutschland)
Für die Steuerung brauchst Du eine passende Anlagenanbindung:
- Neuere Viessmann-Systeme mit integriertem WLAN können sich direkt verbinden.
- Unterstützte ältere Anlagen benötigen ein Vitoconnect-Gateway.
- Ein Benutzerkonto und eine Internetverbindung gehören zur Einrichtung.
Nicht jede ältere Viessmann-Heizung lässt sich beliebig nachrüsten. Maßgeblich sind Gerätetyp und Regelung. (Viessmann: Kompatibilität und Einrichtung)
Für Dich als Mieter gilt praktisch: Ohne Zugriff auf die zentrale Anlage kannst Du deren Warmwasserzeiten nicht selbst über ViCare verwalten. Ein App-Download allein verschafft keinen Anlagenzugang.
So planst Du Warmwasser passend zu Deinem Alltag
Die folgenden Schritte sind eine Planungshilfe, keine für sämtliche App-Versionen identische Klickanleitung.
- Bedarfszeiten festhalten. Wann duscht ihr, wann wird gebadet? Unterscheide Arbeitstage und Wochenende.
- Warmwasser-Schaltzeiten bearbeiten. Viessmann dokumentiert dafür einen Heizzeiten-Assistenten in ViCare. Welche Optionen erscheinen, hängt vom angeschlossenen Gerät ab. (Viessmann: Funktionsübersicht)
- Aufheizzeit berücksichtigen. Der Speicher muss rechtzeitig ausreichend warm sein. Eine pauschale Vorlaufzeit passt nicht zu jeder Anlage.
- Zirkulation gesondert berücksichtigen. Deren zulässige Betriebszeiten ergeben sich aus der Installation und den Hygieneanforderungen.
- Komfort und Verbrauch vergleichen. Notiere Änderungen, Personenzahl und ungewöhnliche Verbräuche wie zusätzliche Vollbäder. Ein niedrigerer Gesamtverbrauch bei wärmerem Wetter beweist noch keine Warmwasserersparnis.
Hypothetisches Alltagsbeispiel: Eine Familie benötigt hauptsächlich zwischen 6:30 und 8 Uhr sowie zwischen 18 und 20 Uhr warmes Wasser. Diese Zeiten beschreiben zunächst den Bedarf. Daraus werden erst unter Berücksichtigung von Speicher, Aufheizdauer und Hygiene passende Ladezeiten. Für einen Single mit wechselnden Schichten kann ein starrer Tagesplan weniger gut passen.
Für zusätzlichen Bedarf dokumentiert Viessmann die Schnellwahl „Ich will warmes Wasser“. Sie erscheint nur bei unterstützten Anlagen. Das ist eine Anforderung zur Warmwasserbereitung, keine Zusage für sofort heißes Wasser am Hahn. (ViCare-Support: Warmwasser-Schnellwahl)
Hygiene begrenzt das Sparpotenzial
Für Deutschland empfiehlt das Umweltbundesamt mindestens 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Warmwasser-Leitungssystem. Gleichzeitig nennt es zeitweise Zirkulationspausen als mögliche Sparmaßnahme – ausdrücklich unter Beachtung der Hygieneanforderungen. Daraus folgt keine allgemeine Freigabe für lange Abschaltzeiten. (Umweltbundesamt: Bewusster Umgang mit Warmwasser)
Unsere Empfehlung: Lege längere Lade- oder Zirkulationspausen erst fest, wenn geklärt ist, dass Deine Anlage damit hygienisch betrieben werden kann. Eine pauschale Einstellung wie „einmal täglich kurz aufheizen“ lässt sich nicht für jeden Haushalt empfehlen.
Auch eine gelegentliche „Legionellenschaltung“ ersetzt kein geeignetes Betriebskonzept. Das Umweltbundesamt erläutert, warum zeitweises Aufheizen bei ansonsten ungünstigen Temperaturen keine verlässliche Lösung ist. (Umweltbundesamt: Energieeinsparung und Trinkwasserhygiene)
Kostenvergleich: ViCare kostenlos, mit Abo oder direkt am Gerät?
Für diese Aufgabe ist vor allem der Vergleich innerhalb von ViCare sinnvoll. Eine zusätzliche App eines anderen Heizungsherstellers löst die Frage nach den Zeitplänen Deiner vorhandenen Anlage nicht.
Preis-/Funktionsmatrix – Deutschland, as of 2026-09-22. Verglichen werden zwölf bezahlte Nutzungsmonate ohne Probezeit. Heizungsanlage, Smartphone und Internetanschluss gelten als vorhanden.
| Option | Nutzen für Warmwasser | Kosten über 12 Monate | Einrichtung und Einschränkungen |
|---|---|---|---|
| ViCare ohne Abo | Unterstützte Warmwasser-Schaltzeiten selbst einstellen | 0 € App-Gebühr | iOS/Android; kompatible, verbundene Anlage erforderlich |
| ViCare mit Savings Assistant | Zusätzlich Warmwasser-Rechner und unterstützte Analysen | 34,99 € im Jahresabo oder 47,88 € bei 12 × 3,99 € | iOS/Android innerhalb von ViCare; Funktionsumfang abhängig von Anlage und Land |
| Zeitprogramm direkt an der Regelung | Zeiten am vorhandenen Bedienfeld einstellen, sofern unterstützt | 0 € zusätzliche App-/Abo-Gebühr | Kein Smartphone nötig; Zugang zur Regelung erforderlich; keine App-Fernbedienung |
Die deutschen Abo-Preise und die Abgrenzung kostenloser Steuerung zu Zusatzfunktionen nennt Viessmann auf seiner Savings-Assistant-Seite. Die Bedienung von Zeitprogrammen an der Regelung beschreibt der Hersteller ebenfalls. (Viessmann: Zeitprogramme)
Zusatzkosten bei Nachrüstung: Ein einheitlicher deutscher Gesamtpreis für Vitoconnect einschließlich Einrichtung ist in den ausgewerteten Herstellerquellen not publicly documented. Falls ein Gateway, Installationshilfe oder zusätzliche Netzwerktechnik nötig ist, kommen diese Kosten bei beiden App-Varianten hinzu. Die Matrix zeigt dann noch nicht Deine vollständigen Gesamtkosten.
ViCare ohne Abo: passend für feste Routinen
Vorteile: Keine laufende App-Gebühr für die grundlegende Steuerung; Zeitpläne lassen sich bequem anpassen.
Nachteile: Du musst passende Zeiten selbst festlegen. Außerdem bleiben Gerätekompatibilität und Internetanbindung Voraussetzungen.
Unsere Einschätzung: Für Familien und Singles mit berechenbarem Tagesablauf ist die kostenlose Variante der naheliegende Ausgangspunkt. Ohne kompatible Anlage ist sie für diese Aufgabe ungeeignet.
Savings Assistant: hilfreich für Analysen, mit zusätzlicher Kostenhürde
Der dokumentierte Warmwasser-Rechner simuliert, wie sich geänderte Temperaturen und Zeitprogramme auswirken könnten. Du gibst unter anderem einen Energiepreis ein. Das Ergebnis ist eine Simulation und kein gemessener Spareffekt. Deutschland gehört zu den unterstützten Märkten; die konkrete Funktionsfreigabe ist vor dem Abschluss unter „Entdecken“ sichtbar. (ViCare-Support: Savings Assistant im Detail)
Vorteile: Zusätzliche Auswertungen können helfen, Einstellungen und Verbrauch besser zu verstehen.
Nachteile: Laufende Gebühren; einzelne Funktionen fehlen je nach Anlage. Das Abo garantiert keine Einsparung.
Unsere Einschätzung: Es passt eher zu Dir, wenn Du die verfügbaren Auswertungen regelmäßig nutzt. Nur zum Einstellen eines festen Warmwasser-Zeitplans ist es nicht erforderlich.
Direkt am Gerät: sinnvoll bei seltenen Änderungen
Vorteile: Keine App-Gebühr und keine zusätzliche Internetanbindung für die lokale Bedienung nötig.
Nachteile: Änderungen erfolgen vor Ort; der Bedienweg hängt von der Regelung ab.
Unsere Einschätzung: Wenn Du Deine Zeiten nur selten änderst, kann diese Alternative ausreichen. Bei häufigen Änderungen von unterwegs bietet sie weniger Komfort.
Was könnte das in Euro bringen?
Hypothetisches Rechenbeispiel, keine Prognose: Angenommen, ein hygienisch geeigneter Zeitplan reduziert den eingekauften Gasverbrauch eines Haushalts um 300 kWh in zwölf Monaten. Diese Verbrauchsminderung ist eine frei gewählte Annahme, kein dokumentierter ViCare-Effekt.
Als Preisanker dienen 12,23 Cent/kWh, der deutsche Haushaltsdurchschnitt für Erdgas im zweiten Halbjahr 2025 laut Destatis. Das ist kein Tarifangebot vom September 2026. (Destatis: Erdgas- und Stromdurchschnittspreise)
Vereinfachte Rechnung:
300 kWh × 0,1223 €/kWh = 36,69 € pro Jahr
| Umsetzung bei derselben angenommenen Verbrauchsminderung | Rechnerischer Betrag nach App-Gebühr |
|---|---|
| Kostenlose ViCare-Steuerung | 36,69 € |
| Zeitprogramm am vorhandenen Gerät | 36,69 € |
| Savings Assistant im Jahresabo | 36,69 € − 34,99 € = 1,70 € |
| Savings Assistant bei zwölf Monatszahlungen | 36,69 € − 47,88 € = −11,19 € |
Angenommen sind keine Nachrüstkosten und keine zusätzlichen laufenden Kosten. Entstehen solche Ausgaben, sind sie ebenfalls abzuziehen.
Für Deine tatsächliche Rechnung zählt der Arbeitspreis Deines Vertrags. Der Destatis-Durchschnitt enthält auch feste Preisbestandteile, die durch weniger Verbrauch nicht entsprechend sinken. Die Rechnung ist deshalb nur eine Orientierung.
Gegenüber der kostenlosen Lösung müsste das Jahresabo beim verwendeten Preisanker rund 286 kWh zusätzlich pro Jahr einsparen, um seine Gebühr auszugleichen:
34,99 € ÷ 0,1223 €/kWh ≈ 286 kWh
Eine solche zusätzliche Einsparung ist durch die recherchierten Quellen nicht belegt.
Neue Entwicklung: automatische Warmwasseroptimierung
Die Google-Play-Versionshinweise zur Aktualisierung vom 9. September 2026 nennen einen neuen „Hot Water Optimizer“ im Savings Assistant für kompatible Geräte. Laut Entwickler soll er die Warmwasserbereitung automatisch optimieren. (ViCare bei Google Play)
Eine vollständige Freigabeliste speziell für deutsche Anlagen geht aus diesen Versionshinweisen nicht hervor. Deshalb wird diese Funktion hier weder als allgemein verfügbar noch als Grundlage einer Einsparrechnung behandelt. Ein dokumentierter Warmwasser-Rechner und eine automatische Optimierung sind unterschiedliche Funktionen.
So wurde verglichen
Recherche- und Vergleichsstand ist der 22. September 2026, Markt Deutschland. Bewertet wurden Warmwasser-Zeitprogramme, Anlagenkompatibilität, mobile Plattformen, Kosten über zwölf Monate und die Aussagekraft von Sparberechnungen.
Grundlage sind deutsche Viessmann-Produktseiten, der Herstellersupport, offizielle Store-Einträge sowie Umweltbundesamt und Destatis. Es handelt sich um einen recherchierten Vergleich ohne eigenen Praxistest. Andere Hersteller-Apps und reine Heizkörpersteuerungen wurden ausgeschlossen, weil sie die konkrete ViCare-Warmwasserfrage nicht ausreichend beantworten.
Fazit
ViCare-Zeitpläne können helfen, die Warmwasserbereitung an Deinen Bedarf anzupassen. Für feste Zeiten genügt grundsätzlich die kostenlose Steuerung einer unterstützten Anlage. Ob daraus eine spürbare Ersparnis entsteht, hängt vom bisherigen Betrieb, der Installation und den Hygieneanforderungen ab. Ein Abo lohnt sich finanziell erst, wenn sein zusätzlicher Nutzen die Gebühren ausgleicht.



