Jede Person in Deutschland verursacht laut Umweltbundesamt im Schnitt 519 kg haushaltstypische Siedlungsabfälle pro Jahr (2023). Für einen 3‑Personen‑Haushalt sind das rein rechnerisch 1.557 kg im Jahr – ganz schön viel Potenzial für „weitergeben statt wegwerfen“.
Genau da setzen Giveaway-Apps an: Du findest Dinge, die andere kostenlos abgeben (oder gibst selbst ab), holst sie in der Nähe ab – und sparst dabei Geld, Zeit und oft auch Nerven.
Was sind Giveaway-Apps – und wie funktioniert das „Gratis abholen“?
Giveaway-Apps sind Plattformen, auf denen Menschen Sachen verschenken oder zu verschenken anbieten. Typischer Ablauf (so läuft’s in der Praxis fast immer):
- Du stellst deinen Ort/Umkreis ein (z. B. 3–10 km).
- Du suchst nach Kategorien (Kinder, Haushalt, Möbel, Kleidung) oder Keywords wie „zu verschenken“, „gratis“, „free“.
- Du schreibst kurz und freundlich: „Hi, ist es noch da? Ich kann heute ab 18 Uhr abholen.“
- Ihr klärt Abholfenster, Adresse, ggf. „wer zuerst kommt“.
- Du holst ab – idealerweise kontaktarm und zügig.
Wichtig: In den meisten Fällen ist das Abholen der Deal. Versand ist bei Gratis-Angeboten selten – außer bei sehr kleinen Dingen.
So bekommst du die besten Gratis-Funde (ohne Stress)
Das hat sich bei mir als „funktioniert wirklich“-Setup bewährt:
- Suchfilter clever nutzen: Preisfilter auf 0 € oder direkt „Zu verschenken“-Bereich.
- Keywords variieren: „zu verschenken“, „gratis“, „verschenke“, „free“, „Abholung“, „Selbstabholer“.
- Schnell sein, aber nicht hektisch: Gute Angebote sind oft in Minuten weg – eine kurze Standardnachricht spart Zeit.
- Abholfenster anbieten: Statt „Wann passt’s?“ lieber 2–3 konkrete Zeitfenster nennen.
- Sicherheit vor Schnäppchen: Niemals Geld „reservieren“, keine Vorauszahlungen, Treffen wenn möglich an gutem Ort/bei Tageslicht.
5 Giveaway-Apps, die in Deutschland praktisch sind (mein Eindruck)
1) Kleinanzeigen (Bereich „Zu verschenken“)
Wofür super: Alles Mögliche – von Babybedarf bis Möbel.
So fühlte es sich im Test an: Ich habe direkt nach „zu verschenken“ gesucht und den Umkreis eng gestellt. Die Trefferliste ist riesig, und mit klarer Nachricht („Kann heute 19 Uhr“) bekommt man am ehesten eine Zusage.
Pluspunkte
- Sehr großes Angebot: Kleinanzeigen nennt mehr als 55 Millionen gleichzeitig verfügbare Anzeigen.
- Viele Kategorien, gute Such-/Filterlogik.
- „Zu verschenken“ ist als Prinzip vielen Nutzer:innen vertraut.
Minuspunkte
- Qualität schwankt: von top gepflegt bis „Kellerfund“.
- Kommunikation kann zäh sein (viele Anfragen, wenig Antworten).
- Abholung ist oft „first come, first serve“.
Tipp
- Schreib in der ersten Nachricht gleich: wann du abholen kannst und wie (zu Fuß/Auto).
2) nebenan.de
Wofür super: Nachbarschaftliche Deals, schnelle Abholung um die Ecke, oft „unkompliziert“.
So fühlte es sich im Test an: Der Ton ist deutlich nachbarschaftlicher. Ich hatte das Gefühl, dass Verabredungen schneller konkret werden („Klingel bei Müller, 2. Stock“), weil es eben wirklich lokal ist.
Pluspunkte
- Sehr lokal, oft kurze Wege.
- Laut nebenan.de‑Pressebereich: 3 Millionen Nutzer:innen (Stand: 15.12.2023).
- Fokus auf „Nachbarschaft“ statt anonyme Massenplattform.
Minuspunkte
- In manchen Gegenden ist weniger los (je nach Stadtteil).
- Weniger „Wühltisch-Gefühl“, eher kleineres, lokales Angebot.
Tipp
- Wenn du etwas abholst: kurz freundlich bestätigen („Bin um 18:30 da“) – das reduziert Hin‑und‑Her.
3) OLIO
Wofür super: Vor allem Foodsharing und kleine Alltagsdinge (je nachdem, wie aktiv die Community bei dir ist).
So fühlte es sich im Test an: Ich konnte sehr schnell sehen, was in unmittelbarer Nähe verfügbar ist. Bei Lebensmitteln zählt Tempo: „Reservieren, abholen, fertig“ – das ist hier besonders logisch.
Pluspunkte
- Starker Fokus auf „retten statt wegwerfen“ (besonders bei Essen).
- OLIO schreibt von 8 Millionen Nutzer:innen weltweit.
- Gut für kleine, spontane Funde (z. B. haltbare Lebensmittel, Haushaltskleinkram).
Minuspunkte
- Ergebnis hängt stark von der lokalen Aktivität ab.
- Abholfenster können eng sein (bei Lebensmitteln verständlich).
Tipp
- Stell Benachrichtigungen für 1–2 Suchbegriffe ein (z. B. „Brot“, „Obst“, „Baby“), statt alles zu beobachten.
4) The Freecycle Network
Wofür super: „Alles muss gratis sein“-Prinzip, oft Möbel/Haushalt, Community‑Regeln klar.
So fühlte es sich im Test an: Der Ablauf ist sehr community-getrieben: Du postest „OFFER“ oder suchst nach Angeboten und arrangierst die Abholung direkt. Mir gefiel, dass der Gratis-Gedanke hier nicht nur Kategorie ist, sondern Regel.
Pluspunkte
- Freecycle beschreibt das Netzwerk als über 5.000 lokale Gruppen mit über 11 Millionen Mitgliedern weltweit.
- Alles muss kostenlos sein (laut Selbstbeschreibung: kostenlos, legal, für alle Altersgruppen geeignet).
- „Town Groups“ können sehr aktiv sein – wenn deine Stadt dabei ist.
Minuspunkte
- In Deutschland je nach Ort unterschiedlich stark vertreten.
- Wirkt stellenweise weniger „Shop-App“, mehr Community/Forum.
Kleine Rechnung (aus den Angaben)
- 11.000.000 Mitglieder / 5.000 Gruppen ≈ 2.200 Mitglieder pro Gruppe im Durchschnitt – das erklärt, warum manche Orte richtig lebendig sein können, andere aber ruhiger.
5) Trash Nothing
Wofür super: Wenn du mehrere „Gratis-Communities“ gebündelt an einem Ort willst.
So fühlte es sich im Test an: Ich mochte den „Alles an einem Platz“-Gedanken: Statt überall einzeln zu schauen, habe ich mich durch eine zentrale Oberfläche geklickt und nach kostenlosen Dingen in meiner Nähe gesucht.
Pluspunkte
- Trash Nothing wirbt damit, dass über 8 Millionen Menschen dort kostenlos Dinge geben und bekommen.
- Praktisch, wenn du verschiedene Gratis-Quellen bündeln willst.
- Gut, um schnell breit zu scannen (Möbel, Haushalt, Bücher, Babyzeug etc.).
Minuspunkte
- Je nach Region kann das Angebot stark schwanken.
- Manchmal fühlt es sich indirekter an als bei einer „reinen“ Lokalplattform.
Tipp
- Nutze sehr konkrete Suchbegriffe („Kinderbett“, „Hochstuhl“, „Regal“), dann wird’s schnell relevant.
Was sich gerade verändert (Trends, die du merken wirst)
- Mehr Fokus auf Abfallvermeidung & Wiederverwendung: Das Umweltbundesamt betont Abfallvermeidung als zentrales Ziel der Kreislaufwirtschaft und führt Wiederverwendung als eigenes Handlungsfeld.
- „Schnell & lokal“ schlägt „perfekt“: Viele verschenken lieber sofort an Selbstabholer, statt zu lagern oder zu verschicken.
- Mehr Struktur gegen Chaos: Abholfenster, Reservierungen, klarere Regeln und Profile werden wichtiger, damit Gratis-Angebote nicht in endlosen Chats versanden.
- Qualitätssignal durch Fotos & Beschreibung: Gute Anzeigen sind zunehmend „Mini‑Produktseiten“: Maße, Zustand, Abholzeit, „rauchfrei/Haustierhaushalt“ – das spart allen Zeit.
Fazit
Mit Giveaway-Apps findest du oft überraschend schnell kostenlose Sachen in deiner Nähe – besonders, wenn du Umkreis, Keywords und Abholzeiten smart nutzt. Und neben dem Spar-Effekt ist der Nebeneffekt angenehm: weniger Zeug im Müll, mehr sinnvolle Zweitnutzung.
Sources:
- Umweltbundesamt – Abfallaufkommen (Siedlungsabfälle/haushaltstypische Siedlungsabfälle)
- Umweltbundesamt – Abfallvermeidung (inkl. Wiederverwendung von Produkten)
- Kleinanzeigen – Über uns (Fakten und Kennzahlen)
- nebenan.de Presse – „…erreicht drei Millionen Nutzer:innen“ (15.12.2023)
- OLIO – Homepage (Nutzerzahl)
- The Freecycle Network – About
- Trash Nothing – Homepage



