Wohnen beanspruchte 2025 in Deutschland durchschnittlich 24,1 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens. Bei Studierenden mit eigener Haushaltsführung waren es sogar 54 Prozent. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts und dessen Auswertung zu Studierendenhaushalten.

Wenn zwei Menschen unterschiedlich viel verdienen, kann eine Teilung von Miete, Strom oder Einkäufen zu gleichen Teilen deshalb schnell unausgewogen wirken. Eine Kostenaufteilung nach Einkommen verteilt nicht denselben Eurobetrag, sondern dieselbe relative Belastung. Apps können die laufende Abrechnung anschließend deutlich vereinfachen.

Wie funktioniert die Aufteilung nach Einkommen?

Zuerst addierst Du die monatlichen Nettoeinkommen aller beteiligten Personen. Danach berechnest Du den Anteil jeder Person am gemeinsamen Einkommen:

Eigenes Nettoeinkommen ÷ gemeinsames Nettoeinkommen × 100

Ein einfaches Beispiel:

  • Person A verfügt monatlich über 2.400 Euro.
  • Person B verfügt über 1.600 Euro.
  • Gemeinsam sind das 4.000 Euro.
  • Person A trägt 60 Prozent, Person B 40 Prozent.

Bei 2.000 Euro gemeinsamen Haushaltskosten wären das 1.200 Euro für Person A und 800 Euro für Person B.

Die verwendeten Beträge sind ein reines Rechenbeispiel. Sie beruhen nicht auf Durchschnittswerten oder App-Vorgaben.

Welche Ausgaben gehören in den gemeinsamen Topf?

Eine einkommensabhängige Aufteilung funktioniert am besten, wenn vorher eindeutig feststeht, was als gemeinsame Ausgabe gilt. Typische Kategorien sind:

  • Miete und umlagefähige Wohnkosten
  • Strom, Heizung und Internet
  • gemeinsam verbrauchte Lebensmittel
  • Versicherungen für den Haushalt
  • Kosten für gemeinsam genutzte Fahrzeuge
  • Ausgaben für Kinder
  • gemeinsam abgeschlossene Abonnements

Persönliche Kleidung, individuelle Hobbys, eigene Kredite oder getrennte Versicherungen lassen sich außerhalb der gemeinsamen Abrechnung führen. Bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit kann auch eine Mischform sinnvoll sein: Grundkosten werden nach Einkommen geteilt, klar persönliche Ausgaben trägt jeder selbst.

Bei stark schwankendem Einkommen kann ein Durchschnitt aus mehreren Monaten stabiler sein als der jeweils letzte Monatswert. Das ist eine praktische Empfehlung, keine Vorgabe der vorgestellten Apps.

Was eine passende App leisten muss

Für die Aufgabe „Haushaltskosten nach Einkommen teilen“ reicht eine gewöhnliche Haushaltsbuch-App nicht automatisch aus. Entscheidend sind Funktionen für:

  • prozentuale oder gewichtete Aufteilungen
  • unterschiedlich hohe Einzelbeträge
  • wiederkehrende Haushaltskosten
  • gemeinsame Gruppen und synchronisierte Einträge
  • nachvollziehbare Salden
  • eine abschließende Berechnung, wer wem wie viel schuldet

Nach den dokumentierten Funktionen kommen insbesondere Settle Up, Splitwise und – mit etwas mehr manueller Arbeit – Splid infrage. Die folgende Bewertung basiert auf Herstellerangaben und offiziellen App-Store-Einträgen, nicht auf einem eigenen Praxistest. Stand der Recherche ist der 12. August 2026.

Settle Up: besonders passend für Einkommensanteile

Dokumentierte Funktionen

Settle Up unterstützt laut offizieller Android-Beschreibung unterschiedliche Gewichtungen, gespeicherte Standardgewichtungen und ausdrücklich auch Einkommen. Die App läuft laut Entwickler auf Android, iOS, Windows und im Web. Andere Mitglieder können eine Gruppe über einen Link ansehen, ohne die App installieren zu müssen. Wiederkehrende Buchungen – etwa für Miete – gehören zu den Premiumfunktionen (Google Play, deutscher App Store).

Die iOS-Version ist in Deutschland verfügbar und wird auf Deutsch angeboten. Der deutsche App Store nennt derzeit 3,99 Euro für einen Monat und 21,99 Euro für ein Jahr Premium. Zusätzlich werden verschiedene Gruppen-Premium-Angebote aufgeführt. Preise auf Android oder im Web können abweichen.

Einordnung

Für eine feste Aufteilung wie 60:40 sind unterschiedliche Standardgewichtungen besonders hilfreich. Dadurch musst Du den Einkommensschlüssel nicht bei jeder Ausgabe neu berechnen. Von den verglichenen Apps ist Settle Up damit am unmittelbarsten auf den Anwendungsfall zugeschnitten.

Vorteile

  • dokumentierte Unterstützung für Gewichtungen und Einkommen
  • Standardwerte für unterschiedlich hohe Anteile
  • wiederkehrende Ausgaben in Premium
  • Android, iOS, Windows und Web
  • Gruppenansicht ohne App-Installation
  • deutsche Benutzeroberfläche

Nachteile

  • Automatisierungen wie wiederkehrende Buchungen kosten extra
  • die kostenlose Version enthält Werbung
  • die iOS-Datenschutzerklärung nennt Kennungen, die möglicherweise für Tracking verwendet werden; Google Play erklärt dagegen, dass keine Daten an Dritte weitergegeben werden. Die plattformspezifischen Angaben sollten daher getrennt betrachtet werden (App-Store-Datenschutzangaben, Google-Play-Datensicherheit).

Splitwise: flexibel, aber mit Grenzen im Gratis-Tarif

Dokumentierte Funktionen

Splitwise kann Ausgaben gleichmäßig, nach exakten Beträgen, Prozenten oder Anteilen aufteilen. Diese Optionen beschreibt das Unternehmen ausführlich im offiziellen Hilfebereich. Für das Beispiel mit 60:40 könntest Du daher direkt Prozentwerte oder die Anteile 3:2 verwenden.

Die App ist in Deutschland für iOS und Android verfügbar und besitzt zusätzlich eine Webversion. Eine Registrierung ist erforderlich.

Splitwise Pro kann einen bevorzugten Verteilungsschlüssel als Standard speichern. Die kostenlose Version erlaubt laut aktueller Pro-Dokumentation bis zu vier neue Ausgaben pro Tag. Im deutschen iOS-App-Store beginnen die aufgeführten Pro-Angebote derzeit bei 2,99 Euro; dort erscheinen mehrere Monats- und Jahresvarianten, weshalb der tatsächlich angezeigte Preis vor dem Abschluss maßgeblich ist.

Einordnung

Splitwise eignet sich gut, wenn Du neben Haushaltskosten auch Urlaube, Restaurantbesuche oder andere Gruppenausgaben verwaltest. Für einen dauerhaft voreingestellten Einkommensschlüssel ist jedoch Pro erforderlich. Die tägliche Grenze des Gratis-Tarifs kann in einem Haushalt mit vielen Einzelbuchungen stören.

Vorteile

  • direkte Aufteilung nach Prozent, Anteilen oder exakten Beträgen
  • Android, iOS und Web
  • deutsche Benutzeroberfläche
  • viele Möglichkeiten für komplexe Ausgaben
  • gespeicherte Standardsplits in Pro

Nachteile

  • im kostenlosen Tarif höchstens vier neue Ausgaben täglich
  • dauerhafte Standardverteilungen gehören zu Pro
  • Konto und Cloud-Synchronisierung sind erforderlich
  • integrierte Zahlungswege sind regional begrenzt: Die offizielle Android-Beschreibung nennt Venmo und PayPal nur für die USA sowie Paytm nur für Indien. Für deutsche Haushalte bleibt deshalb normalerweise die separate Überweisung (Google Play).
  • laut deutschem App Store können unter anderem Kontaktinformationen, Kennungen, Nutzungsdaten und weitere Daten mit der Identität verknüpft werden (Datenschutzangaben im App Store).

Splid: einfache Lösung mit manuellerem Ansatz

Dokumentierte Funktionen

Splid unterstützt laut Entwickler ungleiche Aufteilungen, mehrere zahlende Personen und mehr als 150 Währungen. Gruppen funktionieren wahlweise lokal auf einem Gerät oder synchronisiert über einen Zugangscode. Eine Registrierung mit Name oder E-Mail-Adresse ist nicht erforderlich (Splid-Funktionsübersicht, deutscher App Store).

Die App ist in Deutschland für iOS und Android verfügbar. Im deutschen iOS-App-Store werden Splid Plus für 3,99 Euro und eine Erweiterung um zwei Gruppen für 2,99 Euro aufgeführt.

Bei einer rein lokalen Gruppe bleiben die Gruppeninformationen nach Angaben des Entwicklers ausschließlich auf dem Gerät. Synchronisierte Gruppen übertragen unter anderem Gruppennamen, Namen der Beteiligten sowie Bezeichnungen und Beträge der Ausgaben an den Dienst (Datenschutzgrundsätze von Splid, Hinweise zur Datenlöschung).

Einordnung

Splid ist interessant, wenn eine schlanke Abrechnung und eine Nutzung ohne Konto wichtiger sind als ein automatisierter Einkommensschlüssel. Die offiziellen Beschreibungen bestätigen ungleiche Aufteilungen, dokumentieren aber keinen gespeicherten Standardprozentsatz auf Basis des Einkommens. Für wiederkehrende Haushaltskosten ist daher voraussichtlich mehr manuelle Pflege nötig.

Vorteile

  • ungleiche Kostenaufteilung
  • Android und iOS
  • keine Kontoanmeldung erforderlich
  • vollständig lokale Gruppen möglich
  • deutsche Benutzeroberfläche
  • PDF-Zusammenfassungen; Excel-Export als In-App-Kauf

Nachteile

  • kein dokumentierter, dauerhaft gespeicherter Einkommensschlüssel
  • keine Webanwendung für die laufende Dateneingabe dokumentiert
  • weniger Automatisierung für regelmäßig wiederkehrende Haushaltskosten
  • eine synchronisierte Gruppe ist nicht so datensparsam wie eine ausschließlich lokale Gruppe

Welche App passt zu welchem Haushalt?

Auf Grundlage der dokumentierten Funktionen ergibt sich folgende Einordnung:

  • Für eine dauerhaft gewichtete Aufteilung: Settle Up bietet die passendste Kombination aus Standardgewichtungen, Einkommenseinträgen und wiederkehrenden Buchungen.
  • Für komplexe Gruppen und direkte Prozentangaben: Splitwise bietet die umfangreichsten Aufteilungsarten, schränkt den kostenlosen Tarif aber ein.
  • Für eine einfache Abrechnung ohne Benutzerkonto: Splid ist die datensparsamere Alternative, sofern Du den ungleichen Schlüssel manuell pflegen kannst.

Singles können dieselben Apps für gemeinsame Reisen, regelmäßige Einkäufe mit Freunden, Wohngemeinschaften oder getrennt lebende Eltern nutzen. Wer allein wirtschaftet und keine Kosten mit anderen abrechnet, benötigt dagegen eher ein Haushaltsbuch als eine Split-App.

So bleibt die Aufteilung langfristig fair

Ein einmal festgelegter Einkommensanteil muss nicht dauerhaft passen. Sinnvoll sind klare gemeinsame Regeln:

  • Berechnungsgrundlage festhalten, beispielsweise das verfügbare monatliche Nettoeinkommen
  • Bonuszahlungen und unregelmäßige Einnahmen einheitlich behandeln
  • den Schlüssel bei Gehaltswechsel, Elternzeit oder Arbeitslosigkeit neu berechnen
  • persönliche und gemeinsame Ausgaben eindeutig trennen
  • Rundungsdifferenzen in der App sichtbar lassen
  • Salden regelmäßig ausgleichen, damit keine hohen privaten Forderungen entstehen

Die App dokumentiert dabei nur die vereinbarte Aufteilung. Sie entscheidet nicht, welche Regel für eine Beziehung, Familie oder WG tatsächlich fair ist.

Fazit

Haushaltskosten nach Einkommen zu teilen bedeutet, gemeinsame Ausgaben im Verhältnis der verfügbaren Einkommen zu verteilen. Settle Up bildet diesen Ansatz am direktesten ab, Splitwise bietet besonders flexible Prozent- und Anteilsfunktionen, und Splid eignet sich für eine einfachere, kontofreie Abrechnung. Entscheidend bleibt ein transparenter Schlüssel, den alle Beteiligten verstehen und regelmäßig überprüfen.

Quellen