Du kennst das: Der Flug war „günstig“ – und am Ende zahlt ihr am Gate doch nochmal extra fürs Gepäck. Das ist kein Zufall, sondern ein Geschäftsmodell: Weltweit wurden Gepäckgebühren für 2023 auf 33,3 Milliarden US-Dollar geschätzt (IdeaWorksCompany/CarTrawler, 20.02.2024). In den USA lagen die Einnahmen aus aufgegebenem Gepäck 2024 bei 7,27 Milliarden US-Dollar (BTS-Daten, zitiert nach CBS News, Stand laut Bericht: 06.05.). Und auch in Deutschland sehen Verbraucherschützer das Thema kritisch, weil bei manchen Airlines teils nur noch eine sehr kleine Tasche kostenlos ist (Verbraucherzentrale/vzbv, Stand: 07.08.2025).

Warum Packing-Apps dir wirklich Geld sparen können

Packing-Apps vermeiden Gebühren nicht „magisch“ – sie helfen dir, systematisch innerhalb der Freigepäck-Regeln zu bleiben. In der Praxis passieren die teuersten Fehler fast immer hier:

  • Zu viel Zeug (weil „nur für den Fall…“)
  • Falsche Prioritäten (du packst doppelt, vergisst aber die wirklich wichtigen Basics)
  • Übergewicht/Übermaß (vor allem bei Souvenirs, Kosmetik, Schuhen)
  • Familienchaos (Kinderkram fehlt, also wird vor Ort teuer nachgekauft – oder du brauchst am Ende doch noch ein Zusatzgepäckstück)

Wichtig: Die Handgepäck-Regeln unterscheiden sich stark je nach Airline. Verbraucherzentralen nennen als Beispiel, dass bei easyJet teils nur ein kostenloses Stück von maximal 45 × 36 × 20 cm enthalten ist; für Bordtrolley/zusätzliche Tasche können Gebühren anfallen (Verbraucherzentrale, Stand: 07.08.2025).

„Tatsächlich aber ist bei vielen Airlines, etwa bei easyJet, nur ein sehr kleines Gepäckstück von maximal 45 mal 36 mal 20 Zentimetern Größe kostenlos.“ (Verbraucherzentrale, 07.08.2025)

So funktioniert „Gebühren vermeiden“ mit Apps (ohne Selbstbetrug)

Wenn ich fürs Handgepäck packe, nutze ich Packing-Apps wie ein kleines Kontrollsystem:

  • 1) Trip-Profil anlegen: Ziel, Reisedauer, Reiseart (Citytrip/Strand/Business), Mitreisende.
  • 2) Packliste wird „hart“: Nur was auf der Liste steht, kommt rein.
  • 3) Outfit-Logik statt „Alles rein“: Wenige kombinierbare Teile, weniger Schuhe, weniger „Backup“-Kram.
  • 4) Last-Minute-Items separat: Ladegerät, Medikamente, Kinder-Lieblingszeug – als eigene Reminder.
  • 5) Gewicht/Volumen im Blick: Manche Apps können Gewichte mitführen oder dich aktiv ans „leicht packen“ erinnern.

Das Ergebnis ist nicht nur ein leichterer Koffer – sondern vor allem: Du reduzierst die Wahrscheinlichkeit, dass du kurz vor Abflug doch noch „ein Gepäckstück dazu kaufen“ musst.

5 Packing-Apps, die ich im Alltag am nützlichsten fand

Ich habe die Apps so bewertet, wie ich selbst packe: schnell startklar werden, weniger schleppen, weniger Stress – und dabei möglichst im kostenlosen Gepäck bleiben.

1) Packr (iOS) – stark für Familien und Wetter-Packlisten

Packr hat bei mir am meisten „Aha“ erzeugt, weil es nicht nur eine Checkliste ist: Es baut die Liste passend zur Reise und zieht Wetterdaten rein. Für Familien ist der Family Mode Gold wert, weil du für mehrere Personen denken kannst, ohne alles doppelt anzulegen.

Was ich daran mag

  • Wetterbasierte Vorschläge (weniger „zur Sicherheit“ einpacken)
  • Family Mode für mehrere Reisende
  • Multi-Destination-Trip möglich, wenn ihr z. B. Rundreise macht
  • Sync über Geräte (praktisch, wenn ihr zu zweit packt)

Nachteile

  • iOS-fokussiert (wenn ihr gemischt iOS/Android seid, ist das unpraktisch)
  • Premium-Features sind Abo-basiert

Quelle: Packr Feature-Übersicht (Packr.app).

2) PackPoint (iOS/Android) – schnell, simpel, gute „Startliste“

PackPoint nutze ich gern, wenn ich keine Zeit habe: Trip eingeben, Aktivität wählen, Liste kommt. Das ist perfekt für Singles oder Paare, die ohne große Planung einfach „sauber“ packen wollen.

Was ich daran mag

  • Sehr schneller Einstieg, wenig Konfigurationsaufwand
  • Aktivitäts-basierte Logik (Stadt, Strand, Business, etc.)
  • Gute Basisliste, die du dann nur noch kürzt

Nachteile

  • Manchmal eher „zu viel“ Vorschläge (du musst konsequent streichen)
  • Weniger „Team“-Funktionen als reine Familien-Apps

Quelle: PackPoint App-Beschreibung in den App-Stores (Herstellerangaben).

3) Packing Pro (iOS) – für Listen-Fans, die alles fein steuern wollen

Packing Pro ist die App, die ich nehme, wenn ich wirklich präzise sein will: Kataloge, Templates, Teilen/Export – eher „Profi-Listen“ als minimalistisches UI. Besonders gut: Teilen und Sync-Optionen sind auf iOS stark ausgebaut.

Was ich daran mag

  • Sehr umfangreicher Katalog, sehr anpassbar
  • Gute Sharing-/Export-Optionen (AirDrop, Dateien etc.)
  • Eignet sich für wiederkehrende Reisen (immer gleiche Grundliste)

Nachteile

  • Wirkt „mächtiger“ als nötig, wenn du nur eine schnelle Checkliste willst
  • iOS-only

Quelle: QuinnScape Support/Featurebeschreibung zu Packing Pro.

4) Travel List (iOS) – unkompliziert, gute Presets + Erinnerungen

Travel List ist für mich der „unaufgeregte“ Klassiker: Presets nach Kategorien (Dokumente, Kleidung, Baby-Gear) und eine saubere Pack-Check-Mechanik. Ich mag vor allem die Erinnerungen für Last-Minute-Teile.

Was ich daran mag

  • Viele Presets, schnell anpassbar
  • „Schon gepackt“-Logik (Übersicht bleibt sauber)
  • Erinnerungen für Dinge, die erst kurz vor Abfahrt reinkönnen

Nachteile

  • Weniger „smarte“ Vorschläge (z. B. Wetter-/Outfit-Logik) als moderne Apps
  • Optik/Funktionen eher klassisch als „AI“

Quelle: Travel List App-Webseite (Funktionsbeschreibung).

5) MyLuggage (iOS/Android) – Fokus auf „leichter packen“ + Limits

MyLuggage positioniert sich stark Richtung „leichter packen“ und nennt explizit Weight limits als Feature, also das Thema, das bei Übergepäck direkt Geld kostet. Für mich ist es besonders dann sinnvoll, wenn du dich schnell dabei ertappst, „zu viele Extras“ einzupacken.

Was ich daran mag

  • Personalisierte Packliste nach Ziel/Trip
  • Extra-Fokus auf leichtes Packen und Limits
  • Kombination aus Packliste und To-dos (Reisevorbereitung)

Nachteile

  • Einige Aussagen sind marketinglastig formuliert (ich nutze es eher als Strukturhilfe)
  • Je nach Nutzung kann man sich in Zusatzinfos verlieren, wenn man nur packen will

Quelle: MyLuggage Feature-Seite.

  • Strengere (und teils kostenpflichtige) Handgepäck-Modelle: Verbraucherschützer sehen Aufpreise für „normales“ Handgepäck bei mehreren Airlines kritisch und fordern klare Standards (Verbraucherzentrale/vzbv, 07.08.2025).
  • Preisdruck über Zusatzgebühren: Airlines verdienen weltweit Milliarden mit Gepäckgebühren (IdeaWorksCompany/CarTrawler, 20.02.2024).
  • Mehr Dynamik bei Gebühren: In den USA wurde z. B. über dynamischere/steigende Bag-Fees berichtet (CBS News, unter Bezug auf Regierungsdaten).
  • „Smart packing“ statt Checkliste: Wetterintegration, Familienmodi, Templates – Packing-Apps entwickeln sich von „Liste“ zu „Pack-Plan“.

Kurzfazit

Wenn du Gepäckgebühren vermeiden willst, brauchst du weniger „Pack-Talent“ als ein gutes System: klare Liste, konsequentes Kürzen, Last-Minute-Reminder – und (für Familien besonders) geteilte Packlisten. Genau da sind Packing-Apps inzwischen überraschend stark.


Quellen (Referenzen)