Private Haushalte in Deutschland legten 2023 mit ihren Pkw rund 472,2 Milliarden Kilometer zurück und verbrauchten dabei 38,0 Milliarden Liter Kraftstoff. Allein diese Größenordnung zeigt: Schon kleine Einsparungen bei Alltagsfahrten summieren sich schnell zu echtem Geld (Destatis). Genau hier kommen Multi-Stop-Apps ins Spiel. Sie helfen dir, mehrere Erledigungen so zu verbinden, dass du weniger Umwege fährst, seltener zurücksetzt und idealerweise noch günstiger tankst.

Was heißt überhaupt: Sprit sparen mit Multi-Stop-Apps?

Eine Multi-Stop-App plant nicht nur den Weg von A nach B. Sie baut mehrere Stopps in eine Route ein, zum Beispiel:

  • Supermarkt
  • Drogerie
  • Kita
  • Paketshop
  • günstige Tankstelle

Der Effekt ist simpel: Statt fünf einzelne Kurzfahrten zu machen, bündelst du deine Stops in einer sinnvollen Reihenfolge. Der ADAC formuliert es sehr direkt:

„Kombinieren Sie mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt.“
(ADAC)

Das passt auch technisch gut zu modernen Routen-Apps. Google erklärt bei seiner spritsparenden Routenführung, dass Faktoren wie Verkehr, Straßenart, Steigungen und Motorart in die Berechnung einfließen (Google Maps Platform).

Warum sich das finanziell lohnt

Zwei Zahlen machen den Alltagseffekt greifbar:

  • Laut ADAC lag die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen dem teuersten Zeitpunkt am Morgen und der günstigsten Tankphase am Abend im Mai 2025 bei 12,5 Cent pro Liter für Benzin und 13,3 Cent für Diesel. Bei 50 Litern sind das über 6 Euro Unterschied nur durch den Tankzeitpunkt (ADAC).
  • Google schätzt, dass die spritsparende Routenführung in Google Maps seit dem Start bis Ende 2023 weltweit mehr als 2,9 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart hat (Google Blog).

Für dich heißt das praktisch: Die beste Spar-Kombi ist oft Stopps bündeln + günstige Route wählen + nicht zur teuersten Zeit tanken.

1. Google Maps

Für die meisten ist Google Maps der einfachste Einstieg. Offiziell kannst du bei Routen bis zu neun Stopps inklusive Ziel hinzufügen und die Reihenfolge per Drag-and-drop ändern (Google Maps Help). Dazu kommt in vielen Regionen die spritsparende Route mit Blatt-Symbol, die den geringeren Verbrauch gegenüber der schnellsten Route sichtbar macht (Google Blog).

Im Alltag ist das die App, die am wenigsten Reibung erzeugt. Wenn du nur schnell Supermarkt, Apotheke und Paketshop aneinanderhängen willst, geht das sehr flott.

Vorteile

  • sehr einfach zu bedienen
  • mehrere Stopps direkt integrierbar
  • spritsparende Route mit Verbrauchsvorteil sichtbar
  • starke Verkehrsdaten und breite Kartenabdeckung

Nachteile

  • keine echte automatische Optimierung vieler Stopps wie bei Spezial-Apps
  • bei komplexeren Erledigungsrunden stößt die App schneller an Grenzen
  • Multi-Stop ist nicht für alle Verkehrsarten verfügbar (Google Maps Help)

2. ADAC Drive

Wenn du in Deutschland unterwegs bist und beim Tanken wirklich auf jeden Euro schaust, ist ADAC Drive besonders praktisch. Laut ADAC kombiniert die App aktuelle Spritpreise, Routenplanung und vollwertige Navigation in einer App (ADAC). In den ADAC-Maps-FAQs ist außerdem beschrieben, dass sich mehrere Zwischenziele sortieren lassen (ADAC Maps FAQ).

Der große Pluspunkt im Alltag: Du planst nicht nur deine Stopps, sondern kannst die Route gleich so legen, dass du an einer günstigen Tankstelle vorbeikommst. Gerade für Familien mit festen Wochenrouten ist das sehr nützlich.

Vorteile

  • stark auf Deutschland zugeschnitten
  • aktuelle Spritpreise an mehr als 14.000 Tankstellen laut ADAC-Auswertungen (ADAC)
  • mehrere Zwischenziele sortierbar
  • Routenplanung, Verkehrslage und Tanken in einer App

Nachteile

  • außerhalb Deutschlands ist der Tankpreis-Vorteil weniger stark
  • bei sehr vielen Stopps nicht so spezialisiert wie reine Optimierungs-Tools
  • eher nüchtern als besonders elegant in der Bedienlogik

3. HERE WeGo

HERE WeGo ist für Leute interessant, die eine schlanke Navigation wollen und Wert auf Offline-Nutzung legen. In der offiziellen Hilfe beschreibt HERE, dass du einen oder mehrere Stopps hinzufügen und nach Wunsch anordnen kannst (HERE WeGo Routing FAQ). Zusätzlich bietet HERE WeGo Offline-Karten für viele Länder, die du herunterladen und anschließend ohne Netz nutzen kannst (HERE WeGo Offline Maps).

Für Erledigungen in der Stadt ist das praktisch, wenn dein Empfang schlecht ist oder du Daten sparen willst. Auch die Möglichkeit, unterwegs gezielt nach Tankstellen oder Parkplätzen entlang der Route zu suchen, ist hilfreich (HERE WeGo Routing FAQ).

Vorteile

  • mehrere Stopps lassen sich direkt einbauen
  • Offline-Karten sind ein echter Pluspunkt
  • unterwegs schnell Tankstellen oder Parkplätze entlang der Route suchen
  • angenehm aufgeräumte Navigation

Nachteile

  • weniger Zusatzfunktionen rund um Spritpreise als ADAC Drive
  • weniger alltagsdominant als Google Maps
  • bei maximaler Komfort-Optimierung nicht ganz so stark wie Spezial-Apps

4. RouteXL

RouteXL ist die beste Wahl, wenn aus „ein paar Erledigungen“ schnell viele Adressen werden. Die offizielle Dokumentation beschreibt RouteXL als Tool, das die Reihenfolge von Zielen optimiert, um Reisezeit, Kosten und Kraftstoffemissionen zu senken (RouteXL About). Die kostenlose Version ist laut RouteXL für bis zu 20 Stopps nutzbar (RouteXL Upgrades).

Das ist deutlich mehr als bei klassischen Navi-Apps. Für typische Familienerledigungen ist das fast schon Luxus, aber wenn du viele Stops an einem Tag bündeln willst, spart dir RouteXL spürbar Denkaufwand.

Vorteile

  • echte Reihenfolge-Optimierung statt nur Stopps anhängen
  • kostenlos bis 20 Stopps
  • gut für volle Erledigungstage oder kleine Liefer- und Abholrunden
  • Fokus auf Zeit-, Kosten- und Kraftstoffersparnis

Nachteile

  • wirkt funktionaler als klassische Consumer-Apps
  • weniger „einfach losfahren“ als Google Maps
  • für spontane Mini-Runden manchmal zu viel Werkzeug

5. Spoke Route Planner

Spoke Route Planner, früher als Circuit-Route-Planer bekannt, ist eigentlich aus der Lieferpraxis gedacht, funktioniert aber auch dann gut, wenn dein Alltag chaotisch wird. Laut Anbieter kannst du Stopps hinzufügen, die Route optimieren und sogar während der Tour neu optimieren. In der Gratisversion sind bis zu 10 Stopps pro Route möglich (Spoke).

Für private Erledigungen ist das vor allem dann interessant, wenn du viele feste Zeitfenster hast: Kind abholen, Paket bis 18 Uhr abgeben, Einkäufe, Baumarkt. Dann spielt die App ihre Stärke aus.

Vorteile

  • starke automatische Optimierung
  • Re-Optimierung während der Fahrt möglich
  • geeignet für viele Stopps und enge Zeitfenster
  • gratis nutzbar für kleinere Routen

Nachteile

  • klar auf Liefer-Use-Cases zugeschnitten
  • für einfache Einkaufsrunden oft mehr als nötig
  • manche Funktionen liegen hinter Bezahlstufen

Welche App passt zu wem?

Wenn du vor allem einfach und schnell planst, ist Google Maps meist genug. Wenn du in Deutschland zusätzlich günstig tanken willst, ist ADAC Drive oft die praktischste Lösung. HERE WeGo ist stark, wenn du Offline-Karten willst. RouteXL und Spoke lohnen sich besonders, wenn du viele Stopps automatisch sortieren lassen möchtest.

Kurz gesagt:

  • Google Maps: am besten für 2 bis 5 spontane Alltagsstopps
  • ADAC Drive: am besten für deutsche Alltagsfahrten mit Blick auf Spritpreise
  • HERE WeGo: am besten für Offline-Nutzung und saubere Navigation
  • RouteXL: am besten für viele Stopps ohne viel Nachdenken
  • Spoke Route Planner: am besten für volle Tage mit Zeitdruck

Der Trend geht klar in drei Richtungen.

Erstens: Eco-Routing statt nur Schnellste-Route. Google zeigt inzwischen ausdrücklich den Kraftstoff- oder Energievorteil einer Route an (Google Blog). ADAC hebt bei ADAC Maps ebenfalls die Eco-Route als verbrauchssparende Alternative hervor (ADAC).

Zweitens: Routenplanung und Preisvergleich wachsen zusammen. Gerade in Deutschland ist das relevant, weil günstiger tanken je nach Uhrzeit und Station sofort bares Geld spart (ADAC).

Drittens: Spezial-Apps bringen echte Optimierung in den Alltag. Was früher eher für Lieferfahrer gedacht war, wird auch für private Nutzer interessant, sobald ein Nachmittag aus zehn kleinen Stopps besteht.

Kurz gesagt

Multi-Stop-Apps sparen nicht magisch Sprit. Aber sie reduzieren Umwege, bündeln Kurzstrecken und helfen dir, Tankstopps sinnvoll einzubauen. Genau das macht sie im Alltag wertvoll. Für einfache Erledigungen reicht oft schon Google Maps oder ADAC Drive. Wenn dein Tag voller Stopps ist, spielen RouteXL oder Spoke ihre Stärke aus. Und wenn du gern unabhängig vom Netz bleibst, ist HERE WeGo die solide Lösung.

Quellen